3 Wochen durch CR im April 2017

Insidertipps zum Thema Urlaub in Costa Rica aus erster Hand. Reiseberichte von Urlaubern und Experten, Empfehlungen von Hotels, Restaurants usw.

3 Wochen durch CR im April 2017

von Basti » Mo Mai 08, 2017 10:35 am

Hallo zusammen,

da ich für unsere CR-Rundreise viele nützliche Infos aus dem Forum gezogen habe, möchte ich gerne einen Reisebericht spendieren :D
Wir (27 Jahre alt) sind im April 3 Wochen mit einem Mietwagen durch CR gereist.

Los ging es am 06.04. in Berlin. Der Wecker klingelt 4:30 Uhr und wir stehen total verkatert auf, da wir am Abend zuvor noch beim Fußball waren und aufgrund der Heimniederlage frustriert wohl 1 Bier zu viel getrunken haben. Egal, Sachen sind zum Glück gepackt, sodass wir problemlos zum Flughafen starten können. Rein in den Flieger stelle ich fest, dass bei IberiaExpress der Sitzabstand gegenüber British und KLM doch deutlich geringer ist - ok, sind ja nur 2.5 Stunden bis Madrid, im großen Flieger wird’s schon besser sein.
Der Umstieg zum Flieger nach Panama (war günstiger als direkt nach SJO, zurück ging es aber direkt von SJO nach MAD) klappt problemlos. Leider ist der Sitzabstand bei Iberia auch hier gegenüber den großen Flugzeugen von KLM und British deutlich geringer, dafür ist das Entertainment wirklich gut. Unser Gepäck konnte nicht durchgecheckt werden, sodass wir kurz unsere Fingerabdrücke in Panama bei der Einreise abgeben dürfen und das Gepäck erneut aufgeben, alles aber kein Problem. 18:30 sind wir in San Jose, früher als geplant. Das führte wohl auch dazu, dass unser Taxifahrer, des Kalle von Los Alemanes bestellt hat, noch nicht da ist. Nach 20-minütiger Wartezeit kam dann doch noch ein Fahrer mit einem Los Alemanes-Schild, super!

Unterkunft 1 - Los Alemanes, Alajuela (06.04. – 09.04.)
Angekommen führen wir noch etwas Small Talk und gehen dann schlafen. Am nächsten Tag bekommen wir überpünktlich unseren gebuchten Jimny. Der Wagen hat 58500 km runter und einige Kratzer sowie Einbruchspuren an allen Türen, ok kann ja mal passieren im Laufe der Zeit ;-) Ich fand´s eigentlich besser als einen komplett neuen Wagen. Die Reifen, naja, hinten ok, vorne lieber nicht genau hinschauen. Wird schon gehen denke ich mir. Nach der Übergabe fahren wir direkt zum Poas. Am Parkeingang wurde uns gesagt, dass man wohl aufgrund der Wolken nichts sehen kann. Wir haben aber Glück, und die Wolken verziehen sich 2 x für einen kleinen Augenblick, sodass wir kurze Blicke in den Krater werfen können. Andere Touristen neben uns sagten, dass es die beste Sicht war, die sie in den 4 Besuchen hatten - super dachten wir uns, alles richtig gemacht ;) Ich würde (wie auch Kalle) eine Regenjacke empfehlen, es war doch recht kühl am Vulkan! 6 Tage nach unserem Besuch ist der Vulkan dann ausgebrochen, da scheinen wir wohl noch gerade rechtzeitig dort gewesen zu sein ;)
Anschließend fahren wir noch auf Empfehlung von Kalle ("alle, die dort waren, sind total begeistert") zum "La Paz Waterfall Gardens". 42$ Eintritt p.P. sind recht happig, aber es wird sich schon lohnen denken wir uns. Man sieht dort viele verschiedene einheimische Tiere (Tukan, Aras, Faultiere, Schmetterlinge, Frösche, Jaguar, Schlangen etc...) und kann zudem eine kleine Wanderung zu 3 Wasserfällen unternehmen. Alle Tiere stammen aus nicht-artgerechter Haltung, sie wurden quasi befreit und können dort ein besseres Leben führen, da man sie der Wildnis nicht mehr aussetzen kann. Alles in allem fanden wir den Preis aber doch recht überzogen. Wir haben vor 2 Jahren in Südafrika das "Birds of eden" nahe Knysna besucht, ähnlich aufgebaut, aber sehr viel größer. Im La Paz Waterfall Garden konnte sich kein Tier wirklich frei und großzügig bewegen, die Vogelgehege waren viel zu klein, freies Fliegen ist auf keinen Fall möglich. Natürlich bekommt man dort einen schönen Einblick in die Artenvielfalt, ob allein das den Preis rechtfertigt, darf jeder für sich entscheiden ;)

Am nächsten Tag fahren wir (wie Kalle sagt) zum Holländer, nach Baja del Toro. Der Weg dorthin ist sehr schön, wir stoppen oft und genießen die tollen Ausblicke. Unterwegs gibt es nette Läden, wo Ochsenkarren bemalt werden. Der letzte Teil der Straße ist auch recht abenteuerlich und macht mir Spaß zu fahren (enge Serpentinenstraße). Der angelegte Park inklusive großem Wasserfall beeindruckt uns, stellt aber in Nachhinein nicht das absolute Highlight dar.

Am 09.04. fahren wir weiter nach La Pavona, um von dort mit dem Boot nach Tortuguero zu fahren. Die Fahrt vom Los Alemanes dauert ca. 3,5 Stunden, sodass wir das Boot gegen 13 Uhr nehmen können. Der Fluss hatte extrem wenig Wasser, weshalb die Fahr im überfüllten Boot (mehr Menschen als Sitzplätze) etwas länger dauert. Für uns ist das aber kein Problem, wir genießen die Aussichten und erblicken ein paar Basilisken am Uferrand in der Sonne.

Unterkunft 2 – Tortuguero Natural, Tortuguero (09.04. – 11.04.)
Angekommen in der wirklich netten Unterkunft werden wir von Jose mit einem Begrüßungsdrink empfangen. Gebucht haben wir alles über Barbara Hartung, welche auch 30 Minuten später erscheint und uns Infos zur Kanutour und Wanderung durch den Nationalpark gibt.
Im Gegensatz zum Reiseführer (von Stefan Loose, neueste Ausgabe von 2017) gibt es in Tortuguero nun einen Geldautomat. Dieser sieht allerdings wirklich noch recht neu aus, wir hatten uns vorher mit ausreichend Bargeld eingedeckt ;-)
Am nächsten Morgen starten wir um 5:40 Uhr zusammen mit 5 weiteren Reisenden im Paddelboot von Barbara. Wir paddeln zügig los, um als erstes in die Kanäle zu fahren, was uns auch gelingt. Barbara ist sehr engagiert und erzählt uns wahnsinnig viel über die verschiedenen Tiere, welche wir sehen. Während über uns die Aras kreischend hinweg fliegen und ein paar Bäume weiter die Brüllaffen kreischen, schippern wir die Kanäle entlang, bis es nicht mehr weiter geht, die größte Runde also. Nachdem wir gegen 9 Uhr zurück sind, frühstücken wir und treffen uns anschließend am NP. Dort sehen wir wieder richtig viele Tiere (Klammeraffen, Brüllaffen mit Nachwuchs, Ameisenbär, Faultiere, Tukan). Barbara erklärt viel und wir sind total beeindruckt.

Am nächsten Tag steigen wir um 8.30 Uhr in ein Boot zurück nach La Pavona. Wir waren etwas beunruhigt, da wir bereits 20 Minuten auf dem Boot saßen, ehe 2 weitere Gäste einstiegen. 2 Nachbarboote füllten sich deutlich schneller mit Touristen und fuhren früher los. Gegen 9 Uhr kamen jedoch noch ein paar Ticos und dann ging es auch los. 300 Meter weiter sahen wir dann dir nur mit Touristen besetzten, früher abgefahrenen Boote (eines hatte einen Motorschaden und musste von dem anderem Boot abgeschleppt werden) – alles richtig gemacht. Unser Boot war nur halb gefüllt, trotzdem sind wir kurz vorm Ziel aufgrund des niedrigen Wasserstandes aufgelaufen. Also mal kurz ins Wasser, anschieben und weiter geht’s :lol:
Die anschließende Autofahrt von La Pavona führte uns nach Cahuita (ca. 4 Stunden).

Unterkunft 3 – Bungalows Ache (11.04. – 16.04.)
Es gibt 3 nett eingerichtete (mit Kühlschrank) Bungalows, welche vom Schweizer Leandro geführt werden. Neben den Bungalows tollen Brüllaffen, Leguane, Tukane und Waschbären umher, einfach toll. Der NP Cahuita ist nur wenige Gehminuten entfernt.
Die nächsten Tage verbringen wir im NP und an den Stränden der Karibikküste. Es ist Ostern und daher recht viel los, wer jedoch einen vollen Ostseestrand kennt, findet die Strände in CR zu Ostern immer noch leer ;-)
Im NP sehen wir sogar eine Faultiermutter mit kleinem Faultierbaby auf dem Bauch – total niedlich. Sonst haben wir bis auf die Affen und Leguane am Strand recht wenig Tiere entdecken können. Trotzdem ein schöner Park, man kann auch mal längere Strecken laufen/wandern.
Am Ostersonntag fahren wir weiter nach Paraiso/Ujarras (ca. 4 Stunden inkl. Tank- und Einkaufsstopp).

Unterkunft 4 – El Salto Ecolodge, Ujarras (16.04. – 18.04.)
Gegen 13 Uhr kommen wir in der Eco Lodge an. Christoph (Franzose) begrüßt uns, und fährt unser Gepäck mit einem 6x6 Quad den sehr steilen Abhang vom Parkplatz hinunter. Ich denke, er hat dabei total Spaß ;-) Die Eco Lodge ist eine Unterkunft mit grandioser Aussicht, man überblickt das gesamte Orosi-Tal. Aufgrund unserer frühen Anreise besuchen wir noch die älteste Kirche CR´s in Ujarras und fahren noch nach Orosi, tolle Landschaft auf dem Weg dorthin. Als wir gegen 18 Uhr zurück in der Unterkunft sind, teilen uns andere Gäste mit, dass Christoph mal Koch war und heute Abend Paella kocht – leider haben wir schon in Orosi gegessen – ärgerlich! Wir nehmen uns das Abendessen für den nächsten Tag fest vor!
Wir fahren am nächsten Morgen zum Vulkan Irazu. Wir sind gegen 9:30 Uhr dort und freuen uns über die nicht vorhandenen Wolken. Schnell wollen wir zum Krater samt giftgrünem See, bevor die Wolken hineinziehen. Die nette Dame am Eingang berechnet uns absichtlich nur ein Ticket. Am Parkplatz angekommen laufen wir sofort Richtung Krater. Der Vorfreude über das schöne Wetter folgt die Enttäuschung über den fehlenden giftgrünen Kratersee. Zu trocken? Verdunstet? Nein, der Kratersee am Irazu ist fast nie vorhanden, erzählt uns Christoph am Abend – das sind typisch leere Versprechungen von den Ticos, meinte er ;-) Trotzdem sehr beeindruckend. Ich habe sofort an den Mond gedacht und tatsächlich hat Neil Armstrong mal behauptet, dass ihn die Landschaft am Irazu an die Mondlandschaft erinnere… Auf Christophs Empfehlung versuchen wir einen Abzweig Richtung Vulkan Turrialba zu erhaschen. Wie wir später feststellen, sollten wir nicht den ersten nehmen, haben wir aber. Die Schotterpiste ist recht hügelig, zudem zieht es sich total zu, sodass das Fahren sehr anstrengend ist. Wir wollten so nah wie möglich an den Turrialba gelangen, um einen Blick auf die aktuelle Aktivität zu werfen. Schließlich kommen wir zu einer Gabelung, an der es aus Sicherheitsgründen nicht mehr weiter geht. Da wir uns direkt in den Wolken befinden, sehen wir nichts. Unglaublich dass dort noch Menschen leben, so nahe an einem aktiven Vulkan. Wir fahren weiter nach Guayabo und bestaunen die Ruinen. Zurück in der Unterkunft koch Christoph am Abend leckeren Fisch!
Am nächsten Tag fahren wir weiter nach Monteverde (ca. 4 Stunden mit Pause). Die Anreise nach Monteverde geht nur über üble Schotterpisten. Wir sind auf der 1 gefahren, bis es einen Abzweig zur 606 Richtung Monteverde gab. Diese Schotterstraße war eine der schlechtesten Straßen, die wir gefahren sind.

Unterkunft 5 – Mariposa B&B, Monteverde (18.04. – 20.04.)
Angekommen werden wir sehrt nett empfangen und bekommen ein Upgrade in ein 4-Bett-Zimmer. Wir wandern noch kurz die Straße Richtung San Luis entlang und gehen abends im Zentrum von St. Elena essen. Hier haben wir mit Abstand am meisten Geld im Restaurant/Soda ausgegeben. Mehr dazu jedoch im Fazit unter dem Punkt Geld.
An nächsten Morgen starten wir zum Reservat Monteverde. 20$ Eintritt p.P. werden für den Nebelwald verlangt. Leider ist bei unserem Besuch kein Nebel vorhanden. Insgesamt sehen wir hier von allen besuchten NPs auf unserer Reise am wenigsten Tiere, der Wald ist trotzdem schön und beeindruckend. Toll ist auch, dass man hier mal ausgiebig wandern kann (3-4 Stunden). Sonst fanden wir es eher unspektakulär. Nachmittags fahren wir noch nur Kaffee- und Zuckerrohrplantage El Trapiche. Schöne 2,5-stündige Führung mit Kaffeeverkostung und Zuckerrohrproben, empfehlenswert! Man lernt alles über Anbau, Ernte und Verarbeitung Von Zuckerrohr, Kaffee und Kakao.
Weiter geht es nach Bijagua! Wir wollen in die Nähe des Tenorio NPs fahren und besuchen auf dem Weg dorthin die Viento Fresco Waterfalls. Dafür muss man aber auch ab Monteverde bis Tilaran 30 km Schotterpiste in Kauf nehmen. Allerdings ist diese längst nicht so schlecht, wie die 15 km Schotterpiste von der 606 bis Monteverde/St. Elena. Die Waserfälle (16$ Eintritt p.P.) lohnen sich. Man kann dort sogar im Becken des Wasserfalls baden, was im Gegensatz zu den Küsten auch eine echte Erfrischung ist.

Unterkunft 6 – Rincon Verde (20.04. – 21.04.)
Um zur Unterkunft Rincon Verde zu gelangen, fährt man einfach auf der 6 nach Bijagua. Hinter Bijagua zweigt ein Weg zum Tenorio ab bei dem zahlreiche Unterkünfte ausgeschildert sind. Man fährt jedoch noch ca. 3-4 km weiter auf der 6 und nimmt dann den Abzweig, dann ist auch Rincon Verde ausgeschildert. Ebenfalls eine tolle Unterkunft. Die Unterkunft ist bei Google falsch eingezeichnet, man kann sich zunächst aber auch Richtung Carolina Lodge halten. Im Vorfeld habe ich gelesen, dass man nur mit einem 4x4 Fahrzeug zur Unterkunft gelangen kann. Ich habe die Challenge angenommen und bin im leichten Regen problemlos ohne Allrad gefahren. Victor spricht nur spanisch und erklärt was er in seinem Garten anbaut. Es gibt zahlreiche Kakaopflanzen. Leider ist mein spanisch nicht so gut, dass ich mich gut mit ihm unterhalten kann, wirklich schade. Auf Wunsch bereitet er und seine Frau Abendessen zu für gerade mal 8$. Die Portion war sehr üppig, wie auch das Frühstück am folgenden Morgen. Wir beschließen anschließend noch 4 Tafeln Schokolade aus seinem Anbau bei ihm zu kaufen.
Anschließend machen wir uns auf dem Weg zum Tenorio NP. Um zur Straße Richtung Tenorio NP zu gelangen, mussten wir eine sehr holprige Piste für ca. 8 km fahren. Hier benötigt man auf jeden Fall ein Auto mit entsprechender Bodenfreiheit. Anderenfalls kann man auch wieder zur 6 zurückfahren und den eigentlichen Abzweig zum Park nehmen. Vom Tenorio waren wir sehr beeindruckt, die blaue Färbung in den Flüssen sieht traumhaft aus. Wir sind gemütlich gewandert und haben dafür 3 Stunden gebraucht. Auch hier konnte man wieder Tiere beobachten, ein Tapir haben wir aber leider nicht gesehen. Anschließend sind wir in den Norden gefahren.

Unterkunft 7 – El Sol Verde (21.04. – 23.04.)
Nette Unterkunft in der Nähe des Rincon NP. Gerard hat uns viele nützliche Tipps für den Park gegeben, welchen wir am nächsten Tag besuchten. Wir starten ca. 9.30 Uhr mit der 1,5 stündigen Wanderung auf guten Wegen durch kleinere vulkanische Aktivitäten. Die brodelnden Schlamm- und Wasserstellen sind beeindruckend. Man läuft einen Teil recht ungeschützt in der Sonne, also lieber etwas mehr Wasser mitnehmen. Im Wald haben wir nochmal einen Ameisenbären gesehen. Nach der „kleinen“ Runde wandern wir noch zum Wasserfall Catarata La Cangreja. Nach 2 Stunden sind wir froh endlich angekommen zu sein und gehen in der Lagune des Wasserfalls baden, eine herrliche Erfrischung. Nach kurzem Stopp starten wir mit dem Rückweg. Nach 5 Minuten fängt es an zu regnen. Wir sind nach dem kräftigen Schauer komplett durchnässt, da es aber sehr heiß ist, stört uns das nicht wirklich. Eine Regenjacke hätte ich wohl aufgrund der Hitze trotzdem nicht angezogen, wenn ich eine dabei gehabt hätte ;-) Der Rincon NP hat uns neben dem Tenorio mit am besten gefallen! Abends genießen wir bei einem gekühlten Imperial noch die Aussicht von der Terrasse bei unserer Unterkunft. Am nächsten Tag wollen wir weiter zur Nicoya Halbinsel fahren.

Unterkunft 8 – La Colina Pura Vista (23.04. – 27.04.)
Die Fahrt inklusive Tank- und Einkaufstopp dauert ca. 3,5 Stunden. Wir entscheiden uns über Samara zu fahren. Von dort sind es noch 26 km Schotterpiste mit tollen Ausblicken bis zur Unterkunft, welche von französischen Auswanderern geführt ist. Es gibt nur 2 Holzbungalows, den ersten Tag sind wir die einzigen Gäste. Im Gegensatz zu allen anderen Unterkünften haben wir hier deutlich mehr bezahlt (116$ je Nacht), was sich jedoch richtig lohnt. Das La Colina Pura Vista liegt auf einem Hügel, wodurch man die Küste schön überblicken kann. Es gibt einen Pool und viele Liegemöglichkeiten, ideal, um nachmittags/abends zu entspannen. Joseph und Sev kümmern sich liebevoll um das gesamte Anlegen, alles ist aufeinander abgestimmt, vieles ist mit Naturmaterialien eingerichtet, richtig schön. Das Frühstück ist umwerfend, selbstgebackenes Brot, reichlich Obst, Eier usw… Wir haben uns abends von Sev bekochen lassen und haben es nicht bereut. Die 3 vollen Tage haben wir zum Entspannen an den menschenleeren Stränden genutzt, genau das richtige nach der Woche im Inland. Der beste Strand war der Playa San Miguel, sehr breit und einsam. Wer nicht unter Bäumen/Palmen liegen mag sollte unbedingt einen Sonnenschirm mitnehmen (gabs gratis von der Unterkunft).
Unterkunft 9 – Cerro Lodge (27.04. – 29.04.)
Um zum Abschluss nochmal Krokodile und Aras beobachten zu können, fahren wir Richtung Tarcoles. Nach kurzer Überlegung entscheiden wir uns gegen die Fähre von Playa Naranja nach Puntarenas. Sie fährt nur 4x täglich, und 12.30 Uhr war uns etwas zu spät. Es hat sich auch ausgezahlt, wir haben für die 200 km „nur“ 4 Stunden gebraucht. Wir sind nicht über Samara gefahren, sondern die 162, welche am Ende der Schotterpiste auf die geteerte 21 trifft. Achtung – hier sind (im Gegensatz zur Küstenstraße von Samara nach San Fransisco) Flüsse zu durchqueren. Es war nur 1 kleiner Fluss, 2 weitere waren aufgrund der Trockenzeit leer, wie es zur Regenzeit ist, kann ich nicht sagen.
Kaum in der Cerro Lodge angekommen, fliegen auch schon die roten Aras über uns hinweg. Wenig später sahen wir auch warum – es gibt einen Futterplatz auf dem Gelände. Ob man das gut oder schlecht findet, soll jeder für sich entscheiden. Immerhin sind es frei lebende Tiere. Am gleichen Nachmittag fahren wir auch noch zur Krokodilbrücke und sehen recht viele unter der Brücke im Wasser lauern. Es scheint mir, dass hier auch des Öfteren Locknahrung ins Wasser geworfen wird – warum sonst tummeln sich ausrechnet unter der Brücke 20 – 25 Krokodile? Kalle erzählte uns ja auch, dass neulich ein Tico zerfleischt wurde (wobei neulich auch dehnbar ist). Am nächsten Tag wollen wir nochmal zum Strand, da wir die Highlights dieser Region (rote Aras) schon gesehen haben und nicht extra dafür nochmal in den Carara NP wollen. Allerdings soll dieser wirklich schön sein. Wir entscheiden uns, zu einem der besten und schönsten (laut Reiseführer) Strände zu fahren, nach Punta Leona. Dafür muss man 300 m südlich hinter der Hoteleinfahrt rechts abbiegen, bis man zum Ort kommt. Am Ende der Straße ist ein bewachter Parkplatz. Der Strand ist schön, aber leider auch recht voll. So ist zumindest unser Eindruck nach den einsamen Tagen auf der Nicoya Halbinsel. Man merkt, dass es hier viele reiche Touristen gibt und irgendwie ist das nicht so unser Ding. Wir finden trotzdem ein schattiges Plätzchen ohne Gefahr von einer Kokosnuss erschlagen zu werden und genießen den letzten vollen Urlaubstag.

Das war es dann auch schon. Am letzten Tag starten wir um 11 Uhr Richtung Flughafen. Ich hatte mein Bargeld so eingeplant, dass ich noch mindestens 10.000 Colones in der Reserve habe, falls wir noch ein paar Snacks für den Rückflug kaufen wollen. Leider hatte ich den falschen Buchungspreis abgespeichert, sodass wir nach dem Bezahlen nur noch 2.700 Colones übrig hatten. Na gut, kein Problem, man kann ja überall mit Karte zahlen dachte ich mir. Leider habe ich da die Rechnung ohne die Mautstationen gemacht. Es waren 3 oder 4 Mautstationen bis zum Flughafen (das letzte Stück sind wir dann abgefahren, da wir kein Bargeld mehr hatten). Hier sollte man auf jeden Fall noch etwas Reserve einplanen. Ich hatte den Eindruck, dass die Mautbeträge auch recht willkürlich waren. Was passiert eigentlich, wenn man zahlungsunfähig ist? ;-) Auf dem letzten Abschnitt (8 km) haben wir die längste Zeit benötigt, ca. 40 Minuten, aber alles kein Problem, wir sind ja schon eingecheckt. Dass sich das auszahlt sehen wir am Flughafen – der Flug ist überbucht und es werden Freiwillige gesucht, die eine kostenlose Übernachtung und 300 € bekommen, wenn sie einen Tag später fliegen. Ich überlege kurz, aber das ist definitiv zu wenig ;-) Ich glaube, dass es schon rein rechtlich mehr sein müsste.


Abschließend noch ein kleines Fazit.

Mietwagen
Unser Jimny ist der klassische Mietwagen in CR. Er ist leicht, hat Allrad und ist für 2 Personen absolut ausreichend. Absolute Weiterempfehlung! Auch die Anmietung über Kalle war super einfach. Die Straßen waren insgesamt besser als erwartet. Zu den Hauptgegenden (außer Monteverde) kommt man auf Asphaltstraßen, nur wer etwas abseits fahren möchte, muss Schotterpisten in Kauf nehmen (insbesondere auf der Nicoya Halbinsel).
Unsere Strecken lagen zwar immer zwischen 3 und 4 Stunden, waren aber absolut und entspannt machbar. Ich habe manchmal sogar das Gefühl gehabt, dass man den Urlaub hier und da noch etwas straffer hätte legen können. So war es aber sehr entspannt.

Geld
Hier im Forum wurde irgendwo diskutiert ob man in Dollar oder Colones zahlen sollte. Nach meiner Erfahrung kommt man mit Colones günstiger weg. Gerade in den touristischen Regionen Alajuela, Tortuguero und Monteverde wurde sehr gut (Vorteil Colones) umgerechnet. In Tortuguero wurde fast überall mit dem Kurs 1:500 umgerechnet, eigentlich liegt er aktuell bei 1:562… Wer da in Dollar zahlt, zahlt deutlich drauf. Unser höchster Wechselkurs lag bei 1:568. Ich sehe also keinen Vorteil alles in Dollar zu zahlen. Wenn, würde ich dafür die Nationalparks empfehlen, dort wird sehr genau und richtig umgerechnet.
Ohne Gebühren (DKB) konnte man bei der BCR abheben, gefühlt gab es davon auch die meisten Automaten. Ansonsten haben wir versucht das meiste mit Karte zu zahlen, was auch überall ging, außer in den Unterkünften.
Zu den Preisen allgemein – dass es teuer ist und „wir noch umfallen werden bei den Preisen“ (O-Ton Kalle), hat sich nicht bewahrheitet. Der einzig teure Ort war Monteverde, aber ok, dann gibt’s halt mal Tacos oder man zahlt einmal etwas mehr beim Essen. Wir haben fast immer nicht mehr als 8 - 10€ pro Gericht gezahlt, in allen anderen Orten außer Monteverde. Ehrlich gesagt habe ich vor allem in Tortuguero und Cahuita ein höheres Preisniveau erwartet, aber umso besser ;-)
Die Preise in den Supermärkten waren etwas teurer als in Deutschland.

Unterkünfte
Alle Unterkünfte kann ich empfehlen. Nur die Cerro Lodge würde ich beim nächsten Mal wahrscheinlich nicht mehr buchen. Die Zimmer waren dunkel und etwas muffig sowie sehr hellhörig. Am ersten Tag gab es „nur“ Ei, Toast und Obst zum Frühstück. Soweit nicht schlimm, allerdings hatten andere Gäste Reis mit Bohnen bekommen (hatten wir erst später gesehen). Am nächsten Morgen gab es sogar ein großes Buffet mit Reis und Bohnen, Pancakes, Ei, Toast, Obst. Irgendwie komisch, dass man uns am ersten Tag nicht alles angeboten hat.
Die beste Unterkunft war natürlich das La Colina Pura Vista, mein absoluter Tipp, wenn man es mal richtig schön haben möchte und bereit ist auch mal etwas mehr zu zahlen, es lohnt sich!

Was würde ich anders machen
Eine Nacht weniger in Cahuita und dafür länger am Pazifik, da das Wetter an der Pazifikküste doch beständiger ist (zumindest in der Trockenzeit) und die Strände am Pazifik einsamer sind. Mag aber auch daran liegen, dass wir über Ostern in Cahuita waren.
Monteverde würde ich komplett streichen. Alles was wir dort gesehen haben, konnte man auch woanders im Land sehen, wo wir waren. Der üble Anfahrtsweg lohnt meiner Meinung nach nicht unbedingt, es sei denn, man möchte unbedingt Zip-Lining oder ähnliche Sport-Actions ausprobieren.

Nationalparks.
In Cahuita kann muss man entweder spenden oder 5$ bezahlen wenn man von der anderen Seite hineinläuft. Mit Abstand das beste Preis-Leistungs-Verhältnis ;-) Am schönsten waren die NP´s Rincon und Tenorio. Beide waren auch recht leer, absolute Empfehlung!


Das war es erstmal von mir. Ich habe versucht, mich kurz zu fassen ;-) Ihr dürft aber gerne Fragen stellen, wenn ihr hier oder dort weitere Details erfahren möchtet.

Grüße ins Forum und nochmals vielen Dank für die ganzen Tipps, die hier zu finden sind!
Basti
 
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Re: 3 Wochen durch CR im April 2017

von CR-Hummelchen » Di Mai 09, 2017 11:43 pm

Hallo Basti,

ein sehr schöner und informativer Reisebericht. Vielen Dank für deine Mühe und das du etwas zurück gibst. Es werden sicher ganz viele andere User davon profitieren. ;)
LG Hummelchen
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Re: 3 Wochen durch CR im April 2017

von Didi » Fr Mai 19, 2017 12:01 pm

Erstaunlich die Preissteigerung bei "La Paz Waterfall Garden". Mai 2013 hatten wir noch $ 23/pP bezahlt.

Enttäuscht war ich im Februar/März 2015 vom "Los Alemanes" von Kalle. Um hier in CR Land zu kaufen buchte ich dort kurzfristig für ca. 10 Tage. Mein Abflug mit American Airlines hatte sich in Frankfurt durch ein technisches Problem um 1 Stunde verzögert, dadurch verpasste ich den Anschlussflug in Dallas nach San Jose und musste 1 Nacht in Dallas bleiben. Am nächsten Tag ging es weiter nach Miami/ Florida und von dort nach San Jose. Noch vor Abflug in Frankfurt informierte ich Kalle von der Verspätung. Mir wurde nicht nur die Nacht berechnet die ich gar nicht da war sondern noch eine zusätzliche Übernachtung. Bei Abreise habe ich darauf bestanden nochmal nachzurechnen. Nach vielem hin und her gab seine Frau dann zu einen Fehler gemacht zu haben. Meine Rechnung reduzierte sich um 40.000 Colones. Sie sagte sie hätte noch nie mit einem Gast solche Probleme gehabt wie mit mir, habe geantwortet: ich auch noch nie solche Probleme mit einem Hotel.

Zudem wurde mit den Gästen nicht so freundlich umgegangen. Welche aus Bayern wollten 2 oder 3 T-Shirts mit gewaschen haben. Das Personal hätte das gleich gemacht aber Kalle sagte nein. Das Personal hat es trotzdem mit gewaschen, Kalle hat es bemerkt und jedem wurden $ 5 extra berechnet. Auch meinen Bekannten hat er sehr unfreundlich behandelt. Er kam morgens gegen 8 Uhr ins Los Alemanes, wir hatten diesen Termin wegen dem Kauf vereinbart. Ich saß noch beim Frühstück, hab ihm gesagt er soll sich so lange setzen. Ich bot ihm einen Kaffee an. Da kam Kalle und warf ihn in Begleitung von unschönen Worten raus. Dieser Bekannte hatte mir das Los Alemanes empfohlen, nicht sehr erfreulich das alles. Gottseidank muss ich da nicht mehr hin.
 
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Re: 3 Wochen durch CR im April 2017

von megatobe » Mi Jun 07, 2017 6:33 am

Schöner ausführlicher und interessanter Reisebericht! Da ich momentan meine Costa Rica Rundreise plane haben mir deine Informationen und Ratschläge wirklich weitergeholfen. Ich werde wohl einige bei meiner Planung berücksichtigen :)

Liebe Grüße
 
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