Gästezimmer in Costa Rica

Picco in Costa Rica 2019

Insidertipps zum Thema Urlaub in Costa Rica aus erster Hand. Reiseberichte von Urlaubern und Experten, Empfehlungen von Hotels, Restaurants usw.

Picco in Costa Rica 2019

von Picco » Mo Apr 15, 2019 8:50 am

Picco in Costa Rica 2019

Vorbereitung

Was hören meine Tinitus-Pfeiffenden Öhrchen da?
Das Fernweh ruft?
OK, dann wird mal das Thema Urlaub angesprochen!
Sabine wünscht sich zur Abwechslung mal nicht Afrika sondern Costa Rica!
Und da das Land sich nicht nur in Mittelamerika sondern auch auf meiner Wunschliste befindet setz ich mich nur kurz zur Wehr...
...und hol schon bald das GEO-Special 'Costa Rica' vom Kiosk ab!
Dazu noch schnell im Internet ein Costa-Rica-Forum gesucht, mich angemeldet und dumme Fragen gestellt, schon ist man halbwegs...
...ratlos!!!
Im Forum werd ich zwar gut beraten, aber im Gegensatz zu Afrikas Wildniss scheint in Costa Rica auch Kreti und Pleti unterwegs zu sein!
Was ich in entsprechenden Gruppen im Facebook so alles lese...
'Da hats einen Kiesweg, deshalb brauchst Du zwingend einen Off-Roader' oder 'Die Schlaglöcher sind so gross dass man Autos drin
versenken kann' und Anderes wurde sinngemäss geschrieben...
Na ja, ich filtere die für mich glaubwürdigen Kenner heraus und höre auf die...und schon muss Costa Rica ein sehr einfach zu
bereisendes, recht sicheres Land sein, also los gehts mit den entsprechenden Buchungen!
Natürlich benutzen wir den Edelweiss-Direktflug ab Zürich, über Flugladen.de bei Swiss für etwa 60% des Preises von Edelweiss
gebucht...dazu noch die Plätze fixiert und dann ab ins Booking.com!
Nach kurzer Unterredung sind wir uns einig eine entspannte Tour mit lediglich 4 Destinationen zu machen:
- 2 Nächte in San Jose im 'Casa de las Tias'
- 5 Nächte in Montezuma am Pacifischen Ozean im 'El Jardin'
- 3 Nächte beim Vulkan Tenorio in der 'Tenorio Lodge'
- 4 Nächte in Cahuita an der zum atlantischen Ozean gehörenden Karibik im 'Cahuita Inn'
- und eine Nacht im Flugzeug auf dem Weg zurück in die dann wohl kalte Schweiz!
Am 14.01.2019 hüpf ich abends los zum Bahnhof, wo mein Gepäck schon in einem Schliessfach auf mich wartet!
Treu und fürsorgend wie es halt ist hat es sich zuvor vom Mercedes dorthin fahren lassen damit ich es nicht schleppen muss...
...nett! :-)
OK, ich hab dem Mercedes geholfen zum Bahnhof zu finden und ich war es der sich mit 4 defekten Schliessfächern rumärgern musste,
aber besser so als alles von Hand schleppen!
Nach zweimaligem Aussteigen in Schaffhausen angekommen (in Winterthur gabs natürlich eine Baustelle die mich das Gepäck über
unnötig viele Treppen schleppen liess, logisch! GRMPFL!!!) werd ich von meiner Sabine schon abgeholt!
Und nachdem ich hiermit schon die Reise begonnen habe beginn ich nun auch den Reisebericht!
 
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Re: Picco in Costa Rica 2019

von Picco » Di Apr 16, 2019 7:01 am

Tag 1: Der Flug und die Ankunft

Es ist Dienstag im Januar 2019, 09:50: Wir latschen mit je einem 20kg-Koffer plus Handgepäck von Sabines Wohnung zur wenige hundert Meter entfernten Bushaltestelle und frieren dabei wie man um die Jahreszeit in der Schweiz halt friert!
Mir steckt die schlaflose Nacht mächtig in den Knochen und noch mächtiger in den Muskeln, was durch die Tatsache dass mein Koffer als Einziger keine Räder hat mächtig in den Vordergrund gedrängt wird...
...ich leide!!!
Schon bald kommt der Bus und was machen wir?
Wir steigen natürlich ein!
Nur um wenige Minuten später am Bahnhof Schaffhausen wieder auszusteigen und zum Gleis 1 zu hecheln!
Hecheln tu zumindest ich...nicht weil ich so schnell bin sondern weil der Koffer, das Handgepäck und die offenbar zuhause vergessene Kondition nicht ganz harmonieren...
Na ja, Urlaub ist offenbar nötig!!!
Um 13:30 soll der Flieger...
...ja was wohl?
Ja, natürlich abfliegen!
Und das gerne mit uns drin, deshalb der frühe Start in Schaffhausen!
Und: Das klappt wie am Schnürchen!
Nun sitzen wir also da im Flieger auf den Plätzen 31K und 31J, also schön nebeneinander, Sabine am Gang und ich am Fenster, wie wir es lieben!

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Oben: Ich denke wir nehmen mal diese Route...

Schon um 16:00 Uhr überfliegen wir die Küste von Portugal und verlassen damit Europa auf direktem Kurs auf den weiten Atlantik!
Wie es damals Kolumbus wollte, bevor er vom portugisischen König (welcher sich dafür wohl Jahre später herzhaft in den eigenen Allerwertesten gebissen haben mag) wohl lachend aus dem Schloss gejagt wurde und zum spanischen Königspaar watschelte...
...
OK, wir wissen dass da erst mal Amerika kommt und nicht Indien und wir sind nicht Wochen und Monate unterwegs, aber wer schon mal 12 Stunden am Stück in der Holzklasse eines Fliegers mit lärmenden anstand- und respektbefreiten Besuchern der Weltjugendtage 2019
in Panama verbracht hat würde wohl verstehen warum wir gerne mit Kolumbus getauscht hätten!
Na ja...vielleicht hab auch ich mal in meiner Jugend andere genervt... ;-)

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Oben: Die Küste Portugals entschwindet mitsammt Europa, damit nach etlichen Stunden ohne nennenswerte Aussicht...

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Oben: ...Amerika in Form der Küste der Dominikanischen Republik erscheint!

So ein Flug über den Atlantik ist von der Aussicht her schon sehr langweilig...
Kein Schiff, kein Eisberg, nichts ist zu sehen ausser Wasser ohne grosse Wellen...
Und das obwohl wir die Titanic und auch etwas weiter südlich die Dominikanische Republik beinahe überfliegen.
Um etwa 18:50 Uhr Lokalzeit, also etwa 01:50 Uhr schweizer Zeit, landen wir recht pünktlich in San Jose!
Raus aus dem Flieger, rein ins Gebäude, durch durch den Zoll und ab zum EC-Automaten am Anfang des Gepäckausgaberaumes.
Danach geh ich erstmal ab aufs Klo und schon bald dürfen wir feststellen dass ausnamsweise all unser Gepäck angekommen ist, ein beinahe schon unbekanntes, umso herrlicheres Gefühl!
Raus aus dem Gebäude und die dort wartenden Fahrer und noch viel mehr ihre Schilder abchecken, denn hier sollen wir von einem Fahrer mit Schild und unseren Namen drauf abgeholt und zur Mietautoübername gebracht werden!
Nur...wir finden weder einen Fahrer von Sunny Cars noch irgendwo unsere Namen!
Da wir offenbar sehr bedröppelt aus der verschwitzten Wäsche schauen werden wir von einem Typen angesprochen der uns nach dem Vertrag fragt und dort drauf entdeckt dass Sunny Cars bei National Rental Cars ein Auto für uns gebucht hat...
Aber auch von National ist niemand für uns da...also begleitet uns der nette Herr zu einem Fahrer von National Cars, der da so gelangweilt rumsteht und der geleitet uns zu seinem Toyota Hiace, welcher uns dann bei der Autoausgabe von National cars wieder ausspucken wird.
Dort schnell alle Unterlagen dem Büromenschen gezeigt und schon führt er uns zu unserem Auto für die nächsten Tage...
...einem Toyota-Kleinstwagen namens 'Agya'...
...wohl noch nicht ganz ausgewachsen!
Aber mit nur minim über 3000km auf dem Tacho wie neu!
Und erstaunlicherweise hab ich problemlos Platz hinter dem Lenkrad!
Nun nur noch mal rundherum alles checken (natürlich mach ich den Rundgang mit Videoaufname) und nebst einem klitzekleinen rötlichen Streifen auf dem weissen Lack find ich nicht mal einen Kratzer!
Top!
Und so übernehmen wir das Auto und verabschieden uns vom Angestellten!
Noch schnell das Navigerät aus dem Handgepäck holen, einstecken und das Ziel eingeben, das ich ja schon als ich die Costa-Rica-Karte drauf lud in die Favoriten gespeichert habe.
Und los gehts!
Nur...
Auf dem Navi wird keine Karte angezeigt!
Obwohl es in der Schweiz mit der Costa-Rica-Karte perfekt funktioniert hat!
Immerhin hab ich ja die Favoriten per Kartensuche eingegeben...das geht ohne Karte ja nicht!
Aber hier erscheint einfach nichts...
Shit!
Zum Glück hab ich mir noch in der Schweiz Costa-Rica-Karten auf mein Handy geladen und so navigieren wir halt mit Google-Offline-Maps!
Der Verkehr ist sehr moderat und die Leute fahren recht anständig, schon fast so wie in der Schweiz, kein Vergleich zu Afrika!
Selbst Italien ist mancherorts schwiriger zu befahren...
Der Toyota Agya ist zwar nicht sehr kraftvoll aber reicht um im Verkehr problemlos mitzuschwimmen.
Nach vielleicht 8-10 Minuten Fahrt lotst uns das Handy in eine kleine, unbeleuchtete Nebengasse rein, die so gar nicht mit dem zusammenpasst was wir bisher gesehen haben...
...links ein Zaun mit Übermannshohem Gebüsch und rechts ein Einfahrtstor nach dem Anderen, teilweise mit Stacheldraht gesichert.
Geradeaus sehen wir auch eine Einfahrt und ein Schild das davor warnt dass dies ein Privatgrundstück sei und man nur mit Berechtigung reinfahren darf...
...aber niergends ein Schild das auf das 'Casa de las Tias' hinweist...
Also rückwärts wieder auf die Hauptstrasse, denn zum wenden ists zu eng.
Und was seh ich da bei der Einfahrt in das enge Strässchen, aus dem wir eben rausgefahren sind?
Ja, einen kleinen Wegweiser mit der Aufschrift 'Casa de las Tias'!
Und der zeigt genau in das Strässchen in dem wir schon waren!
Na toll...
Also wieder rein und diesmal fahr ich im ersten Gang im Standgas und wir suchen jegliches Tor genau nach einem noch so klitzekleinen Schild ab...nichts!
Und so stehen wir wieder vor der verbotenen Einfahrt...die ich diesmal ignoriere!
Und was sehen meine müden Äüglein da rechterhand?
Ja, das 'Casa de las Tias'!
Schnell parkiert und schon hopsen wir müde durch den Garten zum Eingang und klingeln mal!
Die Türe öffnet sich nach wenigen Sekunden und wir werden erst von Javier ('Chavie' ausgesprochen, mit ganz schön kratzendem 'Ch', wie es nur Schweizer, Spanier und Leute, denen eine Fonduegabel im Rachen steckt, können) und dann von seiner Frau Pilar herzlich begrüsst!
Aus Rücksicht darauf dass wir sehr müde sind wird uns schnell die Unterkunft im Groben erklärt und das Zimmer gezeigt, wobei uns im Kühlschrank die gefrohrenen Wasserflaschen auffallen.
Javier staunt nicht schlecht, stellt den Kühlschrank auf eine kleinere Stufe und verspricht uns noch neue, ungefrohrene Wasserflaschen zu bringen.
Was er auch nach wenigen Sekunden schon macht!

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Oben: Das sehr verlockende Bett lockt uns sehr!

Wir verabschieden uns von ihm und nach Zähne putzen usw. kriechen wir schon halb schlafend ins bequeme, grosse Bett!
Gute Nacht!
 
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Re: Picco in Costa Rica 2019

von Picco » Do Apr 18, 2019 9:15 am

Tag 2: Fahrt in den Parque Nacional Braulio Carrillo

Wie erwartet und auch von Javier vorausgesagt sind wir schon früh wach...so um 04:00 Uhr, was in der Schweiz 11:00 morgens ist.
Kein Wunder ist an Schlaf nicht mehr zu denken!
Aber liegen bleiben ist ja auch was ganz schönes und so machen wir das ganz genussvoll bis die Dämmerung beginnt.
Dann gehts erst mal unter die Dusche und zu anderen morgendlichen Geschäftigkeiten bevor wir unser Gepäck sortieren und so um die 07:00 Uhr raus zum Frühstück gehen.
Nur...das Frühstück schläft offenbar noch...
...'nur' der Kaffee und der Tee stehen schon bereit!
Also geh ich mal in den Garten raus und schau mich um, während gleichzeitig eine Angestellte mit dem Aufbau des Frühstückbüffets beginnt.
Sehr schön hier und erstaunlich ruhig wenn man bedenkt dass wir in einer Grossstadt nahe einer viel befahrenen Strasse und auch nahe des Flughafens sind.
Ich staune und geniesse!!!

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Oben: Der Frühstückstisch mit der darunter darniederliegenden Terrasse

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Oben: Das Haus vom Garten aus...sehr schön ists hier im 'Casa de las Tias', kann ich nur weiterempfehlen!

Und auch das Frühstück ist was zum geniessen!
Früchte, Kaffee, Tee, Eier nach Wunsch (bei uns 'scrambled eggs', also Rührei), Brot, Butter, Confiture, Honig und eine typisch Costa-Rica-nische Spezialität aus Bohnen, Reis und Speck ('Gallo Pinto') verwöhnen unsere Gaumen während die Morgensonne meinen Nacken streichelt...
Herrlich!!!

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Oben: Und so schaut der erste Teil meines Frühstücks aus!

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Oben: Und hier der zweite Teil: 'Gallo Pinto' mit Rührei...Letzteres schmeckt mir sehr gut, Ersteres wird jedoch nicht
meine Leibspeise werden...


Vögel tschwitschern fliegend umher, sogar einen Kolibri seh ich kurz am Busch neben dem Esstisch...es gefällt mir hier!
Und da ist noch die wirklich herzliche Art von Pilar und Javier!
Sabine und ich sind uns jetzt schon sicher dass wir die richtige Unterkunft gewählt haben!
Wir sind noch nicht ganz fertig und schon gesellen sich weitere Gäste an den grossen Frühstückstisch.
Es sind die in den USA lebende Schwester von Pilar und eine Freundin, die eine Reiseagentur unterhält, was uns sehr zu gute kommt!
Denn wir werden von Tipps überhäuft, es werden Notizen gemacht, Orte in unserer Karte eingekreist, unsere Route besprochen usw...
Was uns dabei besonders freut ist dass uns alle diese Costa-Rica-Kenner bestätigen dass unser Entscheid, wenige Orte mit viel Zeit zu 'machen' die richtige Entscheidung war!
Bis so etwa 09:30 Uhr lassen wir uns mit Tipps überschütten und dann machen wir uns auf den Weg in den Parque Nacional Braulio Carrillo.

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Oben: Und das ist er nun: Unser kleiner Toyota!
...ohne Nummernschilder...
...was ist Costa Rica offenbar nicht unüblich ist, da die Nummernschildproduktion der Nachfrage einige Monate hinterherhinkt...


Das ist zwar nicht was uns empfohlen wurde, aber der Park ist deutlich näher an unserer Unterkunft als der empfohlene Parque National Los Quetzales, zu dem wir offenbar etwa 3 Stunden pro Weg fahren würden.
Zum Baulio Carrillo sinds aber nur mal etwas mehr als eine Stunde pro Weg...darum und weil wir was von einer Seilbahn durch die Baumkronen gelesen haben bevorzugen wir den Park!
Und los gehts, der Toyota mischt sich tapfer durch San Jose!
OK, trotz Google-Offline-Maps erwische ich die eine oder andere Strasse etwas falsch, aber mit dem kleinen Wagen kann man ja beinahe auf der Stelle wenden und wieder zur richtigen Strasse zurückdüsen.
Irgendwann liegt die Stadt hinter uns und die Strasse windet sich über weite Kurven in die Höhe...
...was auch etliche Lastwagen versuchen...
...aber dank einem Leistungsgewicht jenseits von Gut und Böse teilweise nur im Schritttempo schaffen!
Ich staune!
Zum Einen weil die Lastwagen hier beinahe Ausnahmslos die auf Bildern so imposanten amerikanischen Trucks sind, zum Zweiten weil die in Wirklichkeit erstaunlich klein sind und zum Dritten dass die ausser enormen Lärm und schwarzen Wolken kaum was produzieren!
Zumindest offenbar nichts was man als Kraft bezeichnen könnte!
So lahme Lastwagen hab ich bisher ausschliesslich in den Bergen Afrikas gesehen!!!
Ich staune echt beinahe Bauklötze und denk mir dass es halt schon zu den USA passt: Grossspuriges Auftreten und nicht viel dahinter...
Und ja, es ist mir klar dass das auf den Grossteil der Amis nicht zutrifft, aber das Klischee gibts halt und diese lahmen Krücken unterstreichen es eindrucksvoll!
Das Überholen ist schwirig, weniger weil Sabine mich zu einem zurückhaltenden Fahrstil mahnt sondern weils dank doppelter Sicherheitslinien kaum legale Überholmöglichkeiten gibt bis die Strasse endlich mal mehrspurig wird!
Doch kaum sind einige überholt steht man schon bei der nächsten Kolonne an, denn auch wenns nun abwärts geht fahren die Trucks sehr, sehr langsam!
Offenbar um die Bremsen zu schonen und in tiefen Gängen mit der Motorbremse die 'Geschwindigkeit' zu halten.
Was bei den amerikanischen Trucks, die grossteils mit einer sogenannten 'Dekompressionsbremse' funktionieren, einen ohrenbetäubenden Lärm verursacht, der dem eines Presslufthammers in nichts nahesteht!!!
Echt, bei uns machen startende Helikopter einen etwa vergleichbaren Radau wie dort bremsende Lastwagen!!!
Irgendwann gehts wieder etwas schneller voran und genau da sehe ich aus dem Augenwinkeln eine Rangerstation!
Also kurz mit Sabine beraten und einen Platz um umzudrehen suchen!
Doch zuvor sehen wir unser erstes Wild(säuge)tier in Costa Rica!
Es ist ein Coati (oder Weissrüssel-Nasenbär bzw. in Latein ein 'Nasua narica') und er beäugt ob er beim offenbar liegengebliebenen Truck auf der anderen Strassenseite was Fressbares findet!
Aber wir fahren weiter bis wir wenden können und dann ab zur Rangerstation.
Dort angekommen sehen wir uns erst mal um und schon finden wir eine Blattschneiderameisen-Strasse mit vielen rumlatschenden Blättern...

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Oben: Blattschneiderameisen bei der Arbeit...

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Oben: Nein, das sind keine Blattschneiderameisen, sondern Blüten eines Busches neben den Blattschneiderameisen.

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Oben und unten: Aber hier sind sie wieder!

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Dann rauf zum Ticketverkaufsverschlag und die nette Rangerin kommt auch schon dahergerannt.
Auf unsere Frage was man hier machen kann und was es kostet erklärt sie uns auf eine sehr freundliche und sympatische Art dass es hier zwei Urwaldpfade gibt die man gehen kann und dass der Eintritt in den Nationalpark pro Person 12$ kostet.
Und das alles ohne dass wir spanisch oder sie englisch sprechen, aber wir verstehen einander irgendwie!
Da wir ja Costa-Rica-Colon haben bezahlen wir natürlich mit denen und holen unsere Kameras.
Plötzlich kommt die Rangerin wieder daher und zeigt in einen Baumwipfel...
...wir schauen rauf, ich nehm die Kamera mit dem 100-400er Objektiv und was sehe ich da?
Einen Baumwipfel!
Toll!
Aber ich vermute dass dies nicht der Grund für ihre Nervösität ist und suche weiter...
...finde aber nichts...
...da will sie meine Kamera und ich geb sie ihr, doch sie findet sich damit nicht so ganz zurecht und versucht wieder uns zu erklären was sie da oben sieht, denn wir sehen auch nach etwa zwei Minuten noch nichts.
Doch plötzlich sieht auch Sabine etwas: Ein Faultier!
Und dann seh ich es auch!
Eines der selten zu sehenden Dreifingerfaultiere! (Wer kennt nicht 'Flash' aus 'Zoomania'? So eins ists... {klick mich})
Wau!
Was für ein Glück wir doch haben, auch wenns weit entfernt ist!

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Oben und nächstes Bild: Ein Faultier! Und noch dazu ein Faules mit drei Fingern!
 
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Picco in Costa Rica 2019

von Picco » So Apr 21, 2019 11:44 am

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Wir bedanken uns bei der Rangerin und schleichen uns auf dem oberen der zwei Urwaldpfade vom Platz.
Bald schon sind wir wieder mal im Urwald unterwegs, Sabine wie auch ich im leisen Schleichgang mit gespitzten Ohren und hochkonzentriert jede noch so kleine Bewegung wahrnehmend...
...so müssen wir wenigstens wirken, aber es gibt da nicht viel das sich bewegt...
Trotzdem ist es ein herrliches Gefühl nach dem Budongo-Forest in Uganda vor einem Jahr endlich wieder mal in einem Urwald zu sein!

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Oben: Lässig runhängende Urwaldsblume, die sich mir nicht vorgestellt hat.

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Oben: Urwaldpilze, ebenfalls so unanständig dass sie sich nicht vorgestellt haben.

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Oben: Wurzeln des 'Walking Man Trees' (wohl eine Socratea exorrhiza), einer Palmenart welcher nachgesagt wird dass sie durch Wurzelbildung auf der sonnigeren Seite und absterben der Wurzeln auf der schattigeren Seite ihren Standort ändern kann, also gaaaaaanz langsam 'gehen' kann.
Gemäss Wikipedia wurde diese Geschichte aber als unwahr entlarft.


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Oben: 'Faszinierend' würde Mr. Spock sagen...ich sags nicht sondern empfinde es so

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Oben: Junges Gewächs von unvorgestellter Art wächst so vor sich hin...

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Oben: 'Rotohrige Grünkugel' odrr so...lateinisch darfst Du selbst übersetzen!

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Oben: Baum im feigen Würgegriff einer Feige...nehm ich mal an...

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Oben: Ein Schmetterding, das sich zu verstecken sucht...aber nicht vor mir! Ha! Erwischt!

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Oben: Ameisenstrassen queeren immer wieder unseren Weg. Und obwohl sie auf unserem Weg rumlatschen latschen wir nicht auf ihrem rum!
Weil wir so nett sind...und vielleicht auch weil wir nicht gebissen werden wollen...


Nebst schönen Pilzen, Blumen, Baumkronen, Wurzeln und Blättern sehen wir aber nur Spinnen, Schmetterlinge und Ameisen...
Doch plötzlich bleibt Sabine stehen und zeigt nach rechts auf den Boden und was seh ich da?
 
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Picco in Costa Rica 2019

von Picco » Mi Apr 24, 2019 8:15 am

Eine Spitzkopfpython (Loxocemus bicolor)!
Wau!
Das Teilchen ist kaum zu sehen und etwas mehr als einen Meter von mir entfernt.
Aber auch nur rund einen Meter lang, also dürfte der Abstand reichen.
Zumal die Schlange sich nicht im Geringsten bewegt, lediglich die Zunge macht was sie am Besten kann: Züngeln!

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Oben: Gefährlich, gefährlich! Schaut sie zumindest aus...Spitzkopfpython (Loxocemus bicolor)

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Oben: Hier die ganze Schlange...

Plötzlich rechts der Schlange, rund einen Meter von ihr und mir entfernt, raschelt was ganz kurz.
Ich sehe dahin und da steht regungslos eine Art Eidechse rum!
Findet jetzt eine Jagt vor unseren Augen statt?

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Oben: Hier sieht man die Schlange und die Echse...aber niemand sagt dass sie leicht zu sehen sind...

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Oben: Und weils auf dem vorherigen Bild so schwer zu sehen war hier noch eine Nahaufname der Echse!

Sabine und ich sind ganz ruhig, kauern bewegungslos am Waldboden rum und...
...hören amerikanische Touristen auf uns zukommen!
Oh mein Gott, geht das mit dem ewigen 'Oh my god' hier auch wieder los???
Bitte nicht!!!
Und schon sehen wir sie...
Sie bleiben wenige Meter neben uns stehen und schauen sich eine Blume an...
...offenbar fragen sie sich nicht weshalb wir hier im Weg kauern und ganz gespannt auf den Waldboden linsen.
In dem Moment wo sie weitergehen wollen mach ich ihnen ein klares Zeichen und flüstere ihnen zu dass da eine Schlange und eine Eidechse sind...
...und die beiden schauen es sich an!
Toll, endlich mal Amis die mir in der Wildniss nicht als komplette Ignoranten vorkommen!
Die beiden freuen sich ob der Sichtung, bedanken sich und...
...latschen zwischen mir und den Tieren durch!
Wusch und weg sind die Tiere!
GRMPFL!!!
Danke, ihr Deppen!
Hinter mir wäre genügend Platz gewesen, oder ihr hättet auch einfach nur warten können, aber nein, ihr müsst ja vor mir durchtrampeln und die Tiere verscheuchen!
AAAARGHHHH!!!
Mann!!!
Wir warten dann noch eine Weile in der Hoffnung dass die beiden wieder zu uns her kommen...die Tiere, nicht die Amis...
Aber die Hoffnung ist wie zu erwarten vergebens.
Na ja, watscheln wir halt weiter!
Aber die Frage wie man nur so ignorant sein kann anderen die Tiere zu verscheuchen stell ich mir noch einige Male...
Natürlich sehen wir wieder einige schöne Pflanzen, Schmetterlinge und Spinnen, aber eine Schlange und eine Eidechse so nah zusammen ist halt schwer zu toppen...

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Oben und unten: Urwald à la Mittelamerika...schaut beinahe wie in Afrika aus...

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Oben und unten: Farne, Bäume, Palmen...alles findet sich hier, Hauptsache es ist grün!

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Oben und unten: Natürlich finden sich auch diverse Blumen und parasitäre Pflanzen, wie in jedem Urwald...

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Picco in Costa Rica 2019

von Picco » Fr Apr 26, 2019 4:43 am

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Oben und unten: Kaum zu sehen sind die vielen kleinen Tiere am Wegesrand, die einem nur auffallen wenn sie sich bewegen...

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Oben : Wobei man hauptsächlich Blumen und ...

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Oben: ...Schmetterlinge zu sehen bekommt.

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Oben: Wobei die Blumen dominieren...

Bald schon hören wir wieder diese Presslufthammergeräusche der Trucks und bemerken dass wir schon beinahe den ganzen Weg hinter uns haben.
Da es schon viertel nach vier Uhr ist und wir ja noch mit der Drahtseilbahn fahren wollen beschliessen wir weiterzufahren.
Und nicht nur das, wir fahren auch weiter!
Schon nach recht kurzer Zeit sehen wir rechts einen Parkplatz mitsammt Empfangsgebäude, das muss es sein!
Also mal heftig aufs Bremspedal gelatscht und am Lenkrad gedreht und schwupps, stehen wir auf dem Platz!
Dass ich dabei blockierende Reifen und keinerlei Vibrieren im Fuss bemerkt habe lässt mich erkennen dass unser Auto nicht nur keine Heizung (brauchen wir auch nicht) sondern offenbar auch kein ABS hat...das hätt ich schon ganz gern...
Na ja, ist ja nicht so dass ich nicht mit Autos ohne ABS fahren kann, aber es bietet halt schon Vorteile.
Wir gehen mal zum Empfangshäuschen rüber, schauen die diversen Plakate an und tatsächlich, hier ist die Canopy-Seilbahn!

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Oben: Eine ganze Reihe von Aktivitäten kann man hier machen, aber alles kostet richtig Geld und es kommt uns etwas sehr auf
Touristen aus den USA gemünzt durch.


Also nix wie rein und die anwesende Dame fragen ob sie englisch kann, was sie zum Glück bejaht!
Denn sonst hätte sie unsere Fuchteleien und Grimassen interpretieren müssen, was sicherlich nicht gut rausgekommen wäre...
...denn Spanisch sprechen wir beide nicht wirklich, da bleiben nur noch Hände, Füsse und die Mimik, olè!
Sie erklärt uns dass die Fahrt 1,5 Stunden plus eine halbe Stunde Erklärungen dauert und 65$ pro Person kostet...
...leer schluck...
'How much?' frag ich nach und sie sagt '65$ each'...
Wir staunen noch immer und aus ihrem Mund hören wir dass sie erst checken muss ob ein Guide frei wäre, ansonsten würden wir heute nicht mehr mit der Bahn fahren können...
Mit einigem Widerwillen überzeugen wir uns gegenseitig die 130$ aufzuwerfen und dafür durch die Baumwipfel zu schweben.
Doch...es ist kein Guide frei!
Na ja, ich weiss nicht so ganz ob ich nun Freude oder Trauer verspüre, die Preise sind ja schon gesalzen!
Da wir Durst haben fragen wir ob wir wenigstens ins Restaurant dürfen und das wird mit dem Hinweis, dass wir aber keine Besichtigungen ohne Guide machen dürfen, bejaht.
Wir sollen unser Auto hinter der Schranke parkieren und dann würde uns ein Bus abholen kommen.
Ich staune und mach wie Frau mir befielt...
Kaum ist das Auto am freundlichen Schrankenwächter vorbei gelotst und parkiert kommt auch schon ein Kleinbus daher, der uns zum Restaurant bringen soll.
Kaum drin und freundlich begrüsst düsen wir los, eine steile Strasse runter, um einige Kurven rum, über eine Brücke und wieder eine steile Piste hinauf, alles durch den hier lichten Regenwald.
Und Plötzlich halten wir mitten in einem Kreisel an!
Ein Kreisel im Regenwald, wer hätte das gedacht!
Der Bus spuckt uns aus und schon werden wir zum nächsten Mal freundlichst begrüsst und von einem der Guides, von denen ja keiner Zeit hat mit uns den Canopy-Seilbahn-Tripp zu machen, gefragt was wir denn genau gebucht hätten.
Wir erklären ihm dass wir nur ins Restaurant wollen und kriegen es gezeigt.
Irgendwie kommt es mir etwas schräg rüber, alle sind sehr freundlich und das wirkt nicht mal aufgesetzt sondern echt, trotzdem komm ich mir etwas wie in einer Rundumbetreuung für Minderbemittelte vor, denn hier ist alles angeschrieben und man findet es auch ohne Guide problemlos!
Na ja...

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Oben: Kleine Spinnerin am Wegesrand...

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Oben: Noch so eine Spinnerin. Von den Spinnen hats hier wesentlich mehr als ich in Afrika bisher gesehen habe.

Neben dem Restaurant entdecken wir noch einen Souveniershop, in den Sabine wie von magischer Hand reingezogen wird so dass mir nichts anderes übrigbleibt als ihr nachzudackeln...
Zum Glück fasst Sie sich auch kurz, denn auch hier sind die Preise minim abgehoben...
Also endlich ins Restaurant wo wir das von einer gemeinsamen Bekannten so hoch gelobte Imperial- und Imperial-Silver-Bier bestellen.

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Oben: Mirjam hat recht, das Bier ist wirklich gut!

Und was sehen meine verdutzten Äuglein da im Busch neben uns?
Einen Kolibri!
Also schnell die grosse Kamera raus und schwupp...ist der kleine Feigling schon abgehauen...
Mist!
Kaum haben wir angefangen zu trinken will uns auch das Wetter freundlich begiessen...
Da wir aber finden dass das Wetter etwas netter sein dürfte verziehen wir uns an ein trockeneres Örtchen weniger nah am Dachrand und quasseln den Regen weg.
Nachdem das geschafft ist (etwa 10 Minuten haben wir dazu benötigt) können wir einige Vögel beobachten...

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Oben: Vögelchen, das wir beobachten...doch er beobachtet auch uns! :-O

...bevor wir wieder zum Bus hoch gehen, denn es geht schon gegen 17:00 Uhr zu und wir wollen auch mal wieder in der Unterkunft ankommen ohne im Dunkeln zu fahren.
In der Auf-den-Bus-Wartezeit knippsen wir noch die eine oder andere Orchidee und dann steigen wir ein um uns zu unserem kleinen Toyota fahren zu lassen.
Schon bald finden wir uns wieder im Auto an der Hauptstrasse und bemerken dass die Übersicht nach links und rechts hier dank der kurvigen Strecke gar nicht mal so toll ist, vor allem wenn das Auto vom Temperament her eher einem Döschwo denn einem Ferrari ähnelt...
Aber mit viel Gas und quietschenden Reifen schaff ichs so knapp die ersten beiden Spuren ohne Unfall zu überwinden und mich auf der dritten Spur einzuordnen!
Sonst würden wir wohl heute noch dort stehen...
 
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Picco in Costa Rica 2019

von Picco » So Apr 28, 2019 10:52 pm

Nach wenigen hundert Metern wieder dasselbe Bild wie schon bei der Hinfahrt: Lahme Lastwagen blockieren die Strasse und sorgen für Stau...
...indem sie mit 3-4km/h und Höllenlärm sowie schwarzen Rauchwolken das Hügelchen erklimmen...
Irgendwann erreichen wir auch wieder einen Punkt wo unsere Spur zu einer zweispurigen Spur wird und mit aller Kraft des Motörchens
schiessen wir langsam an den Brummis vorbei in Richtung San Jose!

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Oben: Ami-PickUp mit bananiger Fracht...

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Oben und unten: Lahm, laut und erstaunlich klein: Ami-Trucks!

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Oben: Und noch das letzte Bild eines Ami-Trucks für heute, zumindest wenn Du den Video-Clip unserer Fahrt nach San Jose nicht
anschaust...denn dort sieht man noch mehr!


Bald schon sind wir am Anfang der Stadt, der Verkehr wird dichter und dichter und schnell steht alles still!
Toll!
Unser Fahrzeug wurde zu einem Stehzeug...aber man muss den Costa Ricanern zugute halten dass sie wirklich sehr zurückhaltend fahren!
Wer in Bella Italia fahren kann schafts auch in Costa Rica!
Nach gefühlten zwei Stunden kommen wir im Dunkeln endlich im 'Casa de las Tias' an.

Unten: Zeitlich minim zusammengetauchtes Video unserer Fahrt...inklusive dem üblichen Stau (täglich ab 15:00Uhr) in San Jose.

Klick mich um das Video auf Youtube anzuschauen!

Javier empfängt uns, fragt wie unser Tag war und gibt uns Tipps wo man gut essen kann.
Wir erzählen etwas und dann gehts ab ins Zimmer.
Sabine liegt schon bald auf dem Bett und auch ich möchte mich etwas hinlegen.
So um 20:00 Uhr erwachen wir beide und beschliessen dass wir keinen Hunger haben aber müde sind und deswegen gleich liegen bleiben, gute Nacht!

Tag 3: Fahrt nach Montezuma

Guten Morgen!
Es ist zwar draussen noch dunkel aber in der Schweiz wäre es ja schon Vormittag und heute müssen wir ja alles einpacken, da wir
zum Pazifik runter fahren.
Also rauf aufs Klo und dann ab unter die Dusche, auf dass auch das Necessaire nicht stehen gelassen wird!
So gegen Acht gehen wir raus zum Frühstückstisch wo die Sonne scheint und die Vögel zwitschern!
So schön hier!

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Oben: Das Buffet des Frühstücks beim Aufbau, Brot, Joghurt usw gabs auch noch.

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Oben: Der Thee und der Kaffee, auf den Javier besonders stolz ist, steht auf dem Tisch bereit.

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Oben: Der Rest des Raumes erinnert etwas an ein Museum, hat aber in der Realität durchaus seinen Charme.

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Oben: Der Frühstückstisch wurde aus dem Haus verbannt, der hat sich wohl mal daneben benommen...
Rechts ist meine Kamera mit dem eingefahrenen 100-400mm-Objektiv zu sehen.


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Oben: Das Haus vom Garten her...wer meine Lieblingsfarbe kennt weiss warum es mir hier auch gefällt.
Nicht nur, aber auch...
 
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Picco in Costa Rica 2019

von Picco » Mo Apr 29, 2019 10:53 pm

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Oben: Das Haus von der Eingangsseite her.

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Oben: Und nochmals die Eingangsseite, diesmal vom Parkplatz kommend.

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Oben: Und dann gehts packen...

Schon bald sind wir nicht mehr alleine, ein Paar aus den USA setzt sich auch an den Frühstückstisch.
Natürlich kommen wir ins Gespräch und so erfahren wir dass die zu Viert bei einem Bekannten auf dem Boot waren und Hochseefische fischen wollten...
...was aber offenbar nicht ganz so geklappt hat wie es hätte klappen sollen.
Zumindest ist er ziemlich neidisch darauf dass am Tag ihrer Abreise endlich Fische gefangen wurden...aber da waren sie schon auf dem Weg nach San Jose...
Das dazugehörige zweite Paar gesellt sich dazu und schon bald bemerkt der neu dazugesellte Mann dass er mal in Deutschland gearbeitet habe, vor ewigen Zeiten: In den 70ern bei einem grossen Mercedes-Händler!
Und dass er damals viele Autos über die San Bernardino-Route fahren musste...
Lustig, der ist also X-Mal wenige hundert Meter an meiner Wohnung vorbeigefahren, noch bevor es die Wohnung überhaupt gab.
Wir quatschen über Rollstühle in den USA und das Erstaunen der Amis dass man in Europas Spitälern nicht wegen jedem Mist einen Rollstuhl unter den Arsch geschoben bekommt... ;-)
Das Frühstück ist wieder mal sensationell, diesmal mit einer sehr speziellen Frucht die mich an die afrikanische Jackfruit erinnert...
...keine Ahnung wie das Teil heisst!
Bald ist es Zeit uns zu verabschieden und zu bezahlen...
Fast bedauern wir dass wir hier nicht länger gebucht haben, so viel Herzlichkeit erlebt man selten!
Falls wir wieder mal nach Costa Rica kommen werden wir sicherlich wieder hier buchen!
Aber nun müssen wir los, das Gepäck wartet schon im Auto als wir uns nochmals kurz die Unterkunft anschauen und uns von Javier und Pilar verabschieden.
Bevor wir aber losfahren holen wir uns noch etwas aus dem Supermarkt auf der anderen Strassenseite damit wir nicht auf dem Weg elendiglich verdursten oder verhungern...
Schnell sind wir wieder bei unserem Auto und los gehts, ab ins (nicht vorhandene) Verkehrsgewühl!

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Oben: Da, direkt vor dem auf China gemachten Haus gehts in den kleinen Weg zum Casa de las Tias rein...fotografiert vom
kleinen Einkaufszentrum gegenüber her.


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Oben: Das ist die Route des heutigen Tages.

Google Maps führt uns ganz gut durch die Stadt in Richtung der Route 27, lediglich die Ansagen kommen recht spät...
...einmal sogar zu spät um noch reagieren zu können!
Und schon fahren wir an Wellblech-bedeckten Hütten vorbei, den vielen Schlaglöchern ausweichend und über Schienen holpernd auf dem Weg zurück auf die Hauptstrasse...
Somit hätten wir also auch die ärmlicheren Gegenden von San Jose gesehen!
Irgendwann sind wir dann auf der Route 27, bei uns würde so was Autobahn genannt und mit 120km/h befahren werden, hier aber wechselt die maximale Höchstgeschwindigkeit dauernd zwischen 60 und 100.
Und obwohl alle sehr anständig fahren erinnerts mich an bella Italia, denn es hat hier eine Zahlstelle nach der Anderen!
Etwas speziell ist dass die auf der Strecke immer wieder vorhandenen zweispurigen Abschnitte so enden dass die rechte Spur in die Überholspur einfädeln muss...was nicht immer so einfach ist wenn ein Truck mit Auflieger versucht mit 0,1 km/h Überschussgeschwindigkeit zu überholen...
Aber davon abgesehen gehts sehr gut voran, trotz der für unsere Verhältnisse tiefen Geschwindigkeiten!
Auch die Fahrweise der Costa Ricaner (die sich selbst 'Ticos' nennen) ist weit weniger agressiv als die z.B. der Schweizer...
Und so sehen wir schon relativ bald den Pazifik!
Nun haben wir die Möglichkeit mit der Fähre von Puntarenas nach Paquera auf der Nicoya-Halbinsel zu schippern oder, da wir noch viel Zeit haben, rund um den Golf von Nicoya zu fahren!
Dies sind einmal 80 Minuten auf der Fähre plus die Verladung und das Warten bis zur Abfahrt um 15:00 Uhr (...also 2,5 Stunden warten...), zum Anderen rund 160km Umweg auf der Strasse...
Und wir beschliessen die Fähre links liegen zu lassen und um den Golf rum zu fahren!
Zumal die Strassen einen sehr guten Eindruck hinterlassen!
Und so kommts halt dass wir wieder mal bemerken dass die lahmen Trucks uns immer wieder aufhalten!
Aber da die Strecke immer wieder mal Überholmöglichkeiten bietet gehts trotzdem voran!
Plötzlich schreit Sabine 'Ara!!!'
Ich schau hoch und sehe kurz einen roten Vogel, welcher über die Strasse und dann über einen Wald fliegt...
...Keine Chance für ein Foto!!!
Aber immerhin: Wir haben einen roten Ara gesehen! :-D
Wenn auch nur für Sekundenbruchteile...
Die Strecke führt durch schöne Landschaften, vorbei an Geschäften, Wohnhäusern, Wäldern und vielen Weiden mit Kühen drauf.
Und irgendwann sind wir an einer Kreuzung die uns nach links in Richtung der Brücke 'Puente La Amistad', welche über den Fluss 'Tempisque' führt, abzweigt und uns so auf die Halbinsel 'Nicoya' bringt.

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Oben: Auf der Brücke 'Puente La Amistad' und über dem Fluss 'Tempisque'...

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Oben: Kühe mit Zäunen...

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Oben: ...Zäune ohne Kühe...

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Oben: ...Kühe mit Hof und Zaun...

An vielen Rinderweiden vorbei fahren wir auf guter Strasse in Richtung Süden, wobei wir immer wieder von langsamen Verkehrsteilnehmern wie Trucks, Traktoren und auch einfach langsam fahrenden Autos eingebremst werden.
Irgendwann sehen wir das Schild zur Fähre nach Puntaneras nach links zeigen und genau dort fahren wir rechts, wie von Google Maps empfohlen!

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Oben und unten: Nach dem Abzweig der zur Fähre nach Puntaneras gefü¨hrt hätte wird die Strasse je länger je schlechter...

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Die Strasse wird dann von Kilometer zu Kilometer schlechter, es beginnt mit Schlaglöchern und endet mit einer Baustelle, an der wir natürlich am Rotlicht stehen bleiben dürfen.
Und wir stehen lange....laange...laaange!!!
Doch wider Erwarten ist die Ampel nicht defekt und zeigt plötzlich grün an!
Los gehts, olè!
Was nun folgt sind wohl die Pisten wegen derer uns einige einen 4x4 empfohlen haben!
Schüttelpiste par exelence!
Und vor uns einige sehr langsam fahrende Autos...
...was vom Staub her gesehen natürlich Sinn macht, aber unser Autochen vor Probleme stellt, die es mit etwas höherer Geschwindigkeit nicht hätte!
Denn unter etwa 1600 Umdrehungen pro Minute ist das Motärchen sehr kraftlos, so dass ich immer wieder in den ersten Gang schalten muss um die teilweise sehr steilen Strecken zu bewältigen!
Ich komm mir beinahe vor wie damals, als ich mit meinem 21PS 'starken' Döschwo zu viert plus Gepäck über den San-Bernardino-Pass gefahren bin!
Stress am Schalthebel!
Nach einigen Kilometern denke ich dass die Baustelle nun vorbei sein muss...
...aber so was von 'Denkste'...
Wir haben erst eine von etwa 6 per Lichtsignal bediente Strecken hinter uns!
Und so stehen wir wieder lange am Rotlicht und bewundern unser Auto, das durch den Staub wohl sein Gewicht verdoppelt hat...
....zumindest schauts so aus...vom ursprünglich weissen Lack ist kaum mehr was zu sehen!
Zum Glück haben wir schon frühzeitig die Klimaanlage auf Umluft gestellt!
Nach einer kleinen Ewigkeit, die gefühlt durchaus zum Durchleben einer Eiszeit gereicht hätte, gehts weiter, mit denselben Problemen...
Doch das Auto scheints zu freuen, denn es leuchtet mir mit einem orangen Lämpchen bei der Tankanzeige fröhlich zu!
Nicht ganz so fröhlich bin ich, denn ich versteh das durchaus als Aufforderung mal tanken zu gehen...
...was in dieser Baustelle nicht ganz so leicht ist, zumal es hier keinerlei Tankstelle gibt!
Irgendwann ist es so weit und die Baustelle liegt komplett hinter und nicht mehr unter uns, halleluja!
Doch das Lämpchen blendet mich noch immer...
Und was macht der findige Smartphone-Besitzer in solchen Situationen?
Genau, er zückt sein Smartphone und gibt 'Tankstelle' in die Suche ein!
Und wie von Geisterhand zaubert das Smartphone zwei Tankstellen auf den Bildschirm...
...so weit weg dass ich, der ich immer sehr optimistisch bin was Tank-Reserve-Inhalte betrifft, daran zweifle diese ohne zu schieben erreichen zu können!
Shit!
Also ab sofort den Extrem-Spar-Fahrmodus einlegen und gemütlich dahintuckern.
Erst geht das ja noch recht gut, aber bald ists vorbei mit Teerstrasse, lediglich die Schlaglöcher bleiben uns erhalten.
Allein durch das ewige Schlagloch-Ausweichen dürften zwei-drei Kilometer zusätzlich am Benzin nuckeln...
Und da erscheint endlich die Tankstelle am Horizont (Cóbano Service Station, 160, Puntarenas Province, Costa Rica, klick mich),
während das Lämpchen der Tankanzeige schon beinahe verglüht ist!
Sozusagen zum letzten Tropfen!
Also mal auffüllen, den kleinen...
Sabine bezahlt dies mit ihren Colon und schon nehmen wir die letzten, sehr holprigen Kilometer nach Montezuma unter die kleinen Räder, wobei wir von Google Maps durch eine Strasse mit Namen 'Delicias Montezuma Connection' geführt werden, was dann auch eine Wasserdurchfahrt beinhaltet...
...wie sich mir später zuhause am PC eröffnete war das Bächlein der Rio Montezuma oberhalb der Wasserfälle...
Beim Hotel 'Las Luces' kurz vor der Ortschaft erreichen wir endlich wieder eine asphaltierte Strasse und bezwingen abwärts einige steile Serpentinen.
Und da ist es ja schon: Unser Hotel 'El Jardin'!
Hier mal die Fahrzeiten die wir benötigten:
-Vom Casa de las Tias nach Puntaneras: Eine Stunde und 31 Minuten für ca. 85km inkl. Verfahren in San Jose
-Von Puntaneras zur Brücke 'Puente La Amistad': Eine Stunde und 25 Minuten für ca. 83km
-Von der Brücke 'Puente La Amistad' bis nach Paquera: Eine Stunde und 15 Minuten für ca.77km
-Von Paquera bis Montezuma: dank einer Riesenbaustelle zwei Stunden und 20 Minuten! Und das für ca.57km inkl. kleinem Tankstopp
Also total etwa sechseinhalb Stunden für etwa 300km...ohne Pause aber mit grosser Baustelle, die uns sicher eine Stunde gekostet hat.
Der Umweg um die Bucht herum statt mit der Fähre drüber hat total zwei Stunden und 40 Minuten beziehungsweise ca. 160km gekostet.
Wenn man die gemäss Google etwa 80 Minuten für die Fähre rechnet plus die 2,5 Stunden die wir hätten warten müssen so waren wir mit unseren zwei Stunden und 40 Minuten sogar über eine Stunde schneller und bei einem Fährpreis von rund 13'000 Colon für zwei Personen und ein Auto auch nicht teurer unterwegs!
Zumal der Liter Benzin in Costa Rica nicht mal einen Franken kostet und wir unbeschränkte Kilometer haben!
Ich parkiere mein Auto am Strassenrand und so watscheln wir mit unseren Wertsachen zur Rezeption um die freudige Nachricht unseres Ankommens zu verkünden!
Da es schon 17:30 Uhr ist liegt das Dorf auch schon komplett im Schatten der sich dahinter befindlichen Berge rum...
Immerhin machts der Typ hinter dem Tresen der Rezeption nicht auch so sondern er empfängt uns nicht nur stehend statt rumliegend und dazu noch sehr freundlich...
...was in diesem Land offenbar völlig normal ist!
Da könnten sich so ziehmlich alle Länder, die ich bisher bereist habe, eine Scheibe davon abschneiden!
So freundliche Menschen wie wir bisher hier getroffen haben sieht man wirklich selten!!!
Der Rezeptionist, dessen Name ich leider vergessen habe und den ich deshalb einfach mal Pablo nenne, erklärt uns die Tee-Ecke (Frühstück gibts hier nicht, haben wir aber gewusst), übergibt uns Rabatt-Gutscheine für ein Frühstücksrestaurant einige Meter die Strasse runter und zeigt uns das Zimmer.
Dafür packen wir je einen Koffer und gehen rechts an der Rezeption vorbei den steilen Anstieg hoch, dann die Treppe an beiden Pools vorbei runter zum Zimmer unterhalb des unteren Pools.
 
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Picco in Costa Rica 2019

von Picco » Fr Mai 03, 2019 11:35 pm

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Oben: Die Sonne geht hinter den Bergen unter...schaut trotzdem schön aus! (Handybild)

Doch jetzt gehts erst mal zurück ins Hotel und ab unter die Dusche!

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Oben: Das Dorf Montezuma auf einer Übersichtskarte..gross ist es ja nicht wirklich.

Blitz-Blank geputzt und wieder eingekleidet machen wir uns so um halb Acht auf zum von mir ausgewählten Restaurant am Strand, wo wir einen kleinen Tisch am Geländer mit Ausblick auf das Meer (Sabine) und Sabine (ich) haben.
Die Speisekarte wird bald mal gebracht und so wähle ich als Vorspeise einen Pulpo-Salat und zur Hauptspeise eine Fischplatte, Sabine lässt sich 'nur' eine Hauptspeise bringen.
Und dann kommt die Vorspeise und ich weiss sofort dass meinem Magen wieder mal ein Stretching bevorsteht... :-O
Nach dem Essen genehmigen wir uns noch je einen Drink, da bemerken wir ein alterndes Hippipaar am Nebentisch, das in einem Dialekt wie dem Aargauischen miteinander auf eine Art spricht wie es nur zu Tode gelangweilte Hundertjährige tun würden...
Und das über Themen die mich vielleicht mal mit 16 interessiert haben, aber sicher nicht in meinem oder dem etwas höheren Alter der beiden Alt-Hippies.
Plötzlich halten sie einen Tablet-PC in der Hand und die alten Stimmen klingen wie die von sechzehnjährigen!
Da das Gequatsche kaum zu überhören ist hör ich dass sie mit irgendeinem jungen Typen in Thailand quasseln, auch wieder auf Pupertier-Niveau...
Sabine und ich schauen uns amüsiert an und wir sind uns sicher dass da zwei während einiger Zeit ihres Lebens zu viel gekifft haben...
Ich weiss, es ist weder anständig noch nett anderen zuzuhören, aber die zwei sind so was von Abstrakt dass es uns echt aufs köstlichste amüsiert!
Und schon ists um etwa 22:00 Uhr und da wir noch immer etwas Jetlag bemerken verlassen wir die skurile Szenerie und gehen zurück ins Hotel und ab in die Heia!
Gute Nacht!

Tag 4: Statt Wasserfall, Pelikane und Holzstückwerfer

Guten Morgähn!
Herrlich geschlafen!
Und heute nehmen wirs sehr gemütlich, holen uns je einen Tee, Bananen und Cracker, was alles in der Rezeption zur Verfügung steht, und setzen und vor unser Zimmer auf die dortigen Stühle.
Begleitet von Schmetterlingen und sogar einem Kolibri mampfen wir uns in den Tag hinein!
Der ürbigens schönstes, warmes Wetter verspricht!
Anschliessend gehts in den kleinen Supermarkt der 50 Meter von unserem Zimmer entfernt liegt.
Wir lassen uns Zeit, aber kurz vor Neun watscheln wir mal los in Richtung des Wasserfalls, von dem mir auch die heute anwesende Rezeptionistin erzählt hat.
Die Sonne scheint, die Hippies liegen schon unter den Palmen, die Vögel zwitschern von den Bäumen, der Sand liegt rum und das Meer plätschert während wir der Strasse nach Westen folgen.
Natürlich zu Fuss...

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Oben: Der Strand direkt am Dorf...

So freundlich die meisten Leute auch sind so fallen aber immer wieder meist ältere Männer auf die offensichtlich ein gröberes Problem haben...
...und meist nicht sonderlich nett sind, obwohl sie auch Einheimische sind und man denken könnte dass 'nett sein' hier zur üblichen Mentalität gehört.
Bei den Meisten derer tippe ich auf ein Alkoholproblem, bei Anderen aber auch auf Vereinsamung...
Offenbar ist auch in Costa Rica nicht alles Gold was glänzt...
So kommen wir in eine eher ärmlichere Gegend direkt neben dem Dorf selbst.
Viele Unterkünfte hier wirken alles andere als Vertrauenserweckend, zum Teil sind sie mit Sperrholzplatten bastelmässig repariert, zum Teil einfach nur irgendwie zusammengepfuscht.
Aber etwas weiter um eine Kurve herum finden wir auch wieder welche die doch vertrauenserweckender ausssehen.
Was man vom am Strassenrand offenbar schon seit langer Zeit stehenden Toyota Landcruiser nicht behaupten kann, denn zwei Reifen sind platt und zwei im eingetrockneten Morast so gut wie festgebacken...
Schon erstaunlich ein so teures Auto in einem eher armen Land so regelrecht verrotten zu lassen!

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Oben: Die Mündung des 'Rio Montezuma'

Wir gehen weiter bis eine Strasse rechts abbiegt und sich den Hügel raufschlängelt, wobei sie sich nicht bewegt!
Aber nach etwa 100 Metern beschliessen wir zu glauben dass der Wasserfall nicht hier oben sein kann, zumal es hier auch kein Wasser hat...
...also rechtsumkehrt und zurück!
Nun sehen wir direkt neben dem Landcruiser einen kleinen Trampelpfad und trampeln dem Pfad mal entlang.
Er führt uns an einer uns vor Springfluten warnenden Tafel ins Bachbett runter und zu einer kleinen Kaskade von Kleinstfällen sowie einigen Tümpeln, die ich von Weitem auf krokodilischen Inhalt überprüfe bevor ich da zu nah ran gehe...
...aber die Krokis sind entweder nicht hier zuhause oder ausgeflogen...
Aber Sicherheit muss sein!
Oder bin ich etwa zu sehr im Afrika-Modus?
Hmmm...
Ich hüpfe von Stein zu Stein und nun kommt auch Sabine ins Flussbett rein.
Aber unsere Sandalen sind nicht so geeignet um im Flussbett hochzuklettern, weshalb nur ich (mit den geländegängigeren Sandalen) etwas hochklettere um zu schauen ob da weiter oben ein erster zu nehmender Wasserfall ist.

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Oben und unten: Diese Rinnsale können nicht die Montezuma-Fälle sein...

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Den seh ich zwar nicht aber dafür einige Touris die weiter hochgehen, also geh ich nicht nur davon aus dass da hinten irgendwo der Wasserfall sein muss sondern auch wieder runter zu Sabine.
Mit dieser Info versorgt beschliessen wir heute nicht da hoch zu gehen sondern etwas weiter dem Meer entlang zu spazieren und dann irgendwo in ein Restaurant zu sitzen und was zu trinken.
Und so spazieren wir weiter an wieder eher nicht so teuren Unterkünften vorbei bis wir an einem schönen Strand stehen und etwas dem Meer zuschauen können.

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Oben: So sehen Traumstrände aus bevor man am Strand liegt...

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Oben: Ich liebe es den tosend anbrausenden Wellen zuzuschauen wie sie auf die Felsen eindreschen...und die Geräusche...

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Oben: Reiseberichtschreiber auf statt als Fels in der Brandung...ohne Buckel, denn auch wenns so ausschaut: das ist ein Rucksack!

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Oben: Heruntergefallenes schönes Etwas...
 
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Picco in Costa Rica 2019

von Picco » Mo Mai 06, 2019 7:34 am

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Oben: Hach...

Doch der Durst lässt uns nach etwas Durstlöschendem dürsten...
Und so gehts wieder zurück in Richtung Montezuma bis zum 'Hotel Amor de mar', wo wir uns in bequeme Stühle auf der schönen Terrasse mit Blick auf den wunderschönen Garten schmeissen können.

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Oben: Der wunderschöne Garten des 'Hotel Amor de mar' von der Terrasse aus...

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Oben: ...und die sehr leckere, sehr durststillende Lemonata vor dem Garten...halt etwas unscharf, das Getränk...

Ein Früchteteller wird hier zu unserem Frühstück während unsere Dürste (schreibt man das so?) von einer Limonenlimonade (was für ein Wort) vertrieben werden.
Herrlich ists hier, so dass wir deutlich über eine Stunde bleiben.
Beim Rausgehen sehen wir dass hier auch Gäste anderer Hotels frühstücken können, aber nur solange es noch Platz hat.
Gut zu wissen!
Wir nehmen uns vor mal mit dem Auto die Gegend westlich von Montezuma zu erforschen und watscheln deshalb zur Strasse an der unser Kleiner gelangweilt rumsteht.
Also schnell reingehoppelt und losgedüst!
Schon bald sind wir am Punkt wo wir vorhin schon zu Fuss waren und kurz darauf rufts von der Beifahrerseite 'Pelikane'!
Natürlich wird gleich mal aufs Bremspedal gelatscht, parkiert, ausgestiegen und zum wunderschönen Strand 'Playa Los Cedros', wo die Pelikane sind, gegangen!
Und sie bieten uns ein herrliches Schauspiel!
Denn sie jagen nicht wie ich es kenne schwimmend sondern stürzen sich von einigen Metern Flughöhe Schnabelvoran ins Wasser!
Die denken wohl sie wären Eisvögel...
...odrr so...
Wir setzen uns im Schatten auf einen alten im Sand liegenden Baumstamm und packen das Fotogeraffel aus...
...mal schauen ob ich einen im Flug erwische...
...oder noch besser genau in dem Moment wo seine Schnabelspitze das Wasser berührt!
Man hat ja sonst fotografisch keine Ansprüche an sich ausser dass bitte die Augen gestochen scharf sein sollen. ;-)

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Oben: Der Strand der Pelikane...auch nett!

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Oben: Erster Pelikan im Flug...und ich wundere mich dass der sich in der Haltung in der Luft halten kann...

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Oben: Auch im Wasser hats Pelikane, die sind definitiv einfacher zu fotografieren!

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Oben: Hier auf diesem Felslein versammeln sie sich jeweils zwischen den Jagtflügen...

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Oben: Ja, der fliegt und ist halbwegs scharf! Freude herscht! :-D

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Oben: OK, zugegeben....das ist kein Pelikan...aber auch das Teil fliegt!

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Oben: Wie in Afrika die Zebras so zeigen mir hier in Costa Rica die Pelikane gerne ihren Hintern...find ich nicht nett!
 
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Picco in Costa Rica 2019

von Picco » Di Mai 07, 2019 5:03 am

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Oben: Der zeigt sich wenigstens auch etwas von der Seite...

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Oben: ...aber schon der Nächste zeigt den Hintern! Und dann noch so von oben herab...

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Oben: Ja, die Entfernung von der Schnabelspitze zum Wasser passt hier genau, lediglich die Flugrichtung ist für ein 'Eintauchfoto
um 90° falsch...


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Oben: Wie man hier sieht gehts auch anders, denn auch ein schöner Rücken kann entzücken!

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Oben: Hier ist der Schnabel schon einige Zentimeter zu weit für das perfekte Eintauchfoto...

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Oben: Und schon wieder so ein Tiefflieger...der sich dazu noch hinter seinen eigenen Flügeln verstecken will, tststs...

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Oben: ...aber er merkt bald dass das nichts bringt...

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Oben: Und nun der Ansatz zum Sturzflug! Sofort verfolgen!!!

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Oben: Verdammt! Die Schnabelspitze war schneller als ich! :-(

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Oben: Und als ich endlich wieder aufgeholt habe wars schon zu spät und der Vogel schon am Eintauchen...
 
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Picco in Costa Rica 2019

von Picco » Mi Mai 08, 2019 9:14 am

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Oben: Zwischendurch mal wieder den Strand betrachten...wunderschön hier! Erinnert mich an einen Strand in der Toscana...

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Oben: Und die Pelikane flattern weiter ihren Sturzflügen entgegen...

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Oben: ...während ich dämlich in Sabines Kamera grinse...

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Oben: Immer wieder düsen die Pelikane im Formationsflug über uns durch...

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Oben: ...und machen auch mal Synchron-Abstürze!

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Oben: Aber es hat nicht nur abstürzende Schwimmer sondern auch rumstolzierende Wanderer zu sehen.

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Oben: Auch sehr faszinieren mich die unterschiedlichen Farben der Pelikane.
Ob das mit dem Alter zusammenhängt?
Oder dem Geschlecht?


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Oben: Tami nomol, wieder zu spät!

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Oben: Aber jetzt!
JETZT!
JETZT!!!
Jabadabaduh, ich habs geschaft! :-D
Ein Pelikan kurz vor dem Eintauchen!!!


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Oben: ...und kurz danach...
 
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Picco in Costa Rica 2019

von Picco » Fr Mai 10, 2019 6:59 am

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Oben: Aus einem im Gleitflug...

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Oben: ...werden bald mehrere im (Nichtnur-)Gleitflug...

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Oben: Leider unscharf, aber auch Fregattvögel gleiten um uns herum rum...

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Oben: Und diese Vögel schauen den Anderen genauso fasziniert zu wie wir es tun! Ich schwör!

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Oben: Da aber auch hier die Gefahr eines plötzlichen Kokosnuss-Fall-Todes nicht vom Strand zu weisen ist und...

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Oben: ...die Pelikane sich auch vom Strand machen tun wir dasselbe...

Wir bleiben etwa 40 Minuten, halt genau so lange wie der Auslöseknopf-Finger noch genügend Kraft hat den Auslöser im Akkord zu drücken...
Dann fahren wir weiter, denn wir wollen mal schauen ob das älteste Naturschutzgebiet Costa Ricas, nämlich das 'Reserva Natural Cabo Blanco', von uns besucht werden will.
Die Piste wird immer schlechter und angeschrieben ist nicht wirklich viel, also halt ich mal rechts an und...
Shit!!!
Ein Graben liegt da knapp vor dem Auto rum!
Wenige Zentimeter bevor das Auto mit dem rechten Vorderrad reinfällt bleibt es dank Vollbremsung stehen!
Phu!
Das war knapp und das hätte einen Totalschaden geben können!
Aber den Graben hat man kaum gesehen da er so zugewachsen war.
Erst recht nicht von der Mitte der Piste!
Der Autofahrer welcher hinter mir war hält beinahe neben uns an und schaut sehr besorgt rüber bis ich ihm ein Zeichen gebe dass alles in Ordnung ist.
Aber da ich nun schon mal rechts stehe kann ich ja das Navi im Handy anmachen...
Und schon weiss ich dass ich geradeaus weiterfahren muss!
Tolle Technik!

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Oben: Neben uns sehen wir dass Costa Rica ein technisch durchaus weit entwickeltes Land ist, zumal hier schon Hörnchen die Elektrotechnik verwenden!

Zum Glück hab ich nicht vergessen was da vor dem rechten Vorderrad rumliegt und fahre erst mal einen Meter zurück, aber dann gehts los!
Noch knapp zwei Kilometer und dann müssten wir im Park sein!
Und so ist es!
Doch...wo muss ich nun hin?
Da stehen drei Tafeln, auf einer steht was von Rangerstation, auf einer etwas von Parkplatz und was auf der Dritten steht haben wir mangels Spanischkenntnissen nicht wirklich verstanden...
Also fahr ich mal in Richtung Rangerstation!
Der Weg ist holprig, etwas ausgewaschen und abwechselnd mit tiefen Löchern und hohen Baumwurzeln gespickt, welche mich etwas fordern um nicht mit dem Unterboden irgendwo aufzuschlagen...
...denn ein Geländewagen ist er mit seinen etwa 13cm Bodenfreiheit nicht, unser Kleiner!
Und plötzlich stehen wir vor einigen Häusern...aber offenbar ist niemand da!
Das ganze kommt mir auch unabhängig von der Sprache spanisch vor und so drehen wir um und holpern zur Kreuzung mit den drei Schildern zurück.
Als Nächstes fahren wir mal in Richtung Parkplatz und siehe da: Wir sind Richtig!
Denn gleich neben dem Parkplatz werden die Eintritte verkauft!
Wobei der Ranger der wohl missmutigste Mensch ist den ich seit Jahren gesehen habe...
Da wir keine Wanderschuhe anhaben werden wir dafür schon mal etwas launisch auf Spanisch angeschnauzt und da der Park um 16:00 Uhr schliesst und es schon beinahe 14:00 ist gleich nochmals...
Also holen wir unsere Wanderschuhe aus dem Kofferraum und montieren sie an die Füsse um anschliessend die Permits zu kaufen.
Da es aber schon sooooo spät ist dürfen wir nur einen kurzen Weg gehen und nicht den langen...
..echt, mit welchem Fuss ist denn der aufgestanden?
Na ja, wir bezahlen die 12$ pro Nase und gehen dem Trampelpfad entlang in den Urwald rein.
Von hinten nähert sich ein Einheimischer mit sehr guter Laune...und recht lautem Mundwerk!
Während seine Begrüssung sicher alle Tiere im Umkreis von 2KM vertreibt grüssen wir in normaler Lautstärke zurück und lassen ihn mit seinen schnellen und grossen Schritten von Dannen ziehen...
Wir nehmens gemütlicher...
Nicht nur weils gemütlicher ist wenn mans gemütlicher nimmt, nein, auch weil unsere Kondition in dieser Hitze und diesem Gelände schnell mal an die Grenzen gelangt...
Und plötzlich sehen wir den gut Gelaunten wieder, er steht vor einem Baum und schaut sich was an.
Ich fotografier einige Büsche in der Hoffnung dass er weiterzieht (ich mag es nicht wenn man so unnötig laut ist...) aber er tut mir den Gefallen nicht...
Dafür zeigt er Sabine Fledermäuse!
Hallo?
Da scheint mein erster Eindruck wohl ein falsches Vorurteil hervorgerufen zu haben, der Kerl findet am hellichten Tag und so im Vorbeirennen Fledermäuse!
Ich staune und bedanke mich bei ihm während ich versuche die Tiere in meine Speicherkarte zu quetschen!

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Oben: Die hat er im Vorbeirennen in...

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Oben: ...diesem Baum gefunden! Unglaublich!

Und schon rennt er weiter und wir hecheln wieder recht langsam und gemütlich (Du weisst ja, die Kondition mags gemütlich) hinterher.
Es geht auf und ab, links und rechts, alles, nur nicht da durch wo es nicht so anstrengend ist...
Obwohl wir uns beim Keuchen und Schnauben lautstärkemässig massiv zurückhalten sehen wir kaum Tiere, nur die Geräusche die der leichte Wind in den Blättern und Farnen verursacht ist wahrzunehmen.
Und vereinzelt könnte es auch sein dass es Affen in den Baumkronen sind, aber sehen tun wir keine.

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Oben: Wunderbares Geflecht im Urwald...ich liebe es!
Wenns nur nicht so heiss wäre...
 
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Picco in Costa Rica 2019

von Picco » So Mai 12, 2019 9:52 am

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Oben: Schmetterding, Nachtfalter...irgendwas wirds sein, da bin ich mir recht sicher!

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Oben: Die nächste Fledermaus, diesmal von uns selbst entdeckt an einem Baumstamm im Schatten hängend...

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Oben: ...wie man hier schön sieht.

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Oben: Nachtfalter dürfte das nicht sein, darum tipp ich auf einen Schmetterling!

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Oben: Und selbst hier dürfte es sich um einen Schmetterling handeln, obwohl der hier kaum zu sehende Rüssel auch an einen
Elefanten denken lässt.
Aber die gibts in Costa Rica nicht...


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Oben: Wieder mal hängen einige Fledermäuse faul am Baumstamm ab...

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Oben: Und wie man sieht müssen wir sogar tosendste Fluten überqueren! :-O

Wir gehen so unserer Wege und bemerken zweimal dass es irgendwie stinkt...beim zweiten Mal Stinken bleiben wir wegen des steilen Anstieges trotz Gestank mal kurz stehen...
Plätzlich fällt ein Stückchen Holz neben Sabine zu Boden...was uns natürlich hinaufschauen lässt!
Nicht nur um nicht noch von weiteren Holzstücken getroffen zu werden sondern auch um den Werfer zu finden!
Und siehe da, Sabines Adleraugen entdecken etwas Weiss-Schwarzes hoch oben in einem Baum, kaum zu erkennen!
...und von meinem Standort her gar nicht zu sehen, so viel zur Ehrrettung meiner Adleraugen...
Nach der kurzen Überlegung ob es eventuell ein Black-and-White-Colobus-Affe als afrikanischer Tourist in Mittelamerika sein könnte überlegen wir uns zum hier heimischen nördlichen Tamandua (Tamandua mexicana opistholeuca) weiter, was wohl eher der Fall sein wird, da die wenigsten Colobus-Affen über genügend Bargeld verfügen sich einen Flug nach Costa Rica zu kaufen...
Der Tamandua klettert fröhlich Holzstückchen werfend im Baum rum, so dass sich sogar Positionen ergeben bei denen er sich einem Schuss aus der Kamera ergeben muss!
Toll!

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Oben: OK, sein weiss ist etwas gelb, aber er zeigt uns seine typische lange Schnauze, die ihn als Ameisenbären auszeichnet...

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Oben: Hier sieht man die Krallen, die darauf hindeuten dass die Ameisenbären nicht mit den Grizzlis oder anderen Bären sondern
mit den Faultieren entfernt verwandt sind.


Doch es ist schon sehr, sehr spät, zumindest für Costa-Ricanische Nationalpark-Verhältnisse!
Denn es ist 15:15 Uhr, was uns dazu bewegt uns zum Ausgang hin zu bewegen, denn um 16:00 schliesst der Nationalpark!
Auch auf dem Weg nach draussen begegnen wir nicht vielen Touristen, aber immer noch mehr als Tieren!
Denn nebst zwei Vögeln, einer Echse, einer Fledermaus und einem Schmetterling sehen wir keine mehr.

Bild

Oben: Ein weiterer Schmetterling...auch hier: Trotz Rüssel weder Elefant noch Rüsselkäfer...
 
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Re: Picco in Costa Rica 2019

von Chefkoch » So Mai 12, 2019 8:58 pm

Ganz toller Reisebericht, ich komme mit dem Lesen kaum noch hinterher.


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